Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar rund um den Erfolgsfaktor Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Abkantpressen

Abkantpressen (auch Gesenkbiegepressen) ermöglichen winkliges Biegen von ebenen Blechen. Sie sind für das Abkanten entlang einer geraden Linie zwischen sich schließenden Werkzeugen bei gleich bleibender Materialdicke konstruiert.

Ablauger

Ablauger sind Produkte, die - wie Abbeizmittel - auf getrocknete Beschichtungen (Anstrichstoffe) aufgebracht werden, um diese so zu erweichen, dass sie von ihrem Untergrund entfernt werden können. Die Produkte sind immer alkalisch eingestellt und enthalten demzufolge als Hauptbestandteile Laugen wie Natrium- oder Kaliumhydroxid, Natriumcarbonat, -metasilikat oder ähnliche Stoffe.

Absturzsicherungen

Unter Absturzsicherungen versteht man Einrichtungen, die einen Absturz von Personen wirksam verhindern, z. B. Seitenschutz, Absperrung, Abdeckung oder Anseilschutz mit so kurzem Seil, dass die Person nicht fallen kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Absturzsicherungen im stationären Betrieb und Absturzsicherungen auf Baustellen.

 

Im Unterschied zu Absturzsicherungen handelt es sich bei Auffangeinrichtungen um solche Einrichtungen, die einen tieferen Absturz verhindern.

Abwasser

Unter Abwasser versteht man jedes durch Gebrauch veränderte abfließende Wasser und jedes in die Kanalisation gelangende Wasser. Das Abwasserabgabengesetz unterscheidet dabei Schmutzwasser und Niederschlagswasser. Zum Schmutzwasser zählen auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

Abwassertechnische Anlagen

Abwassertechnische Anlagen werden unterteilt in Anlagen für die Ableitung und für die Behandlung von Abwasser. Abwasserableitungsanlagen (Ortsentwässerung) sind sämtliche der Ableitung und Speicherung des Abwassers dienende Einrichtungen. Abwasserbehandlungsanlagen (Kläranlagen) sind Einrichtungen, in denen Abwasser physikalisch, biologisch oder chemisch behandelt wird. Sie sind der Endpunkt der örtlichen Kanalisation.

Acetaldehyd

Chemische Formel: CH~3CHO. Synonyme: Essigsäurealdehyd, Acetylwasserstoff, Ethylidenoxid, Ethanal. Acetaldehyd ist eine farblose, mit Wasser mischbare Flüssigkeit. Die Dämpfe bilden mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre. Es wird technisch aus Acetylen durch Wasseranlagerung, aus Ethanol durch Dehydrierung oder aus Ethylen durch Oxidation hergestellt. Acetaldehyd dient als Zwischenprodukt für die Synthese organischer Verbindungen.

Aceton

Chemische Formel: CH~3COCH~3. Synonyme: Propanon-2, Pyroessigether, 2-Propanon, Dimethylketon, Brenzessiggeist, Essiggeist. Aceton ist eine farblose, mit Wasser mischbare Flüssigkeit, die leicht entzündlich und feuergefährlich ist. Es besitzt einen aromatischen, süßlichen Geruch. Dämpfe sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Als Niedrigsieder verdunstet Aceton sehr schnell, d. h. es geht schnell in die Luft am Arbeitsplatz über und führt dort zu hohen Gefahrstoffkonzentrationen.

 

Aceton wird u. a. als Löse-, Extraktions- und Kristallisationsmittel verwendet; darüber hinaus ist es in Lacken, Klebstoffen und Harzen enthalten.

Acetylen

Chemische Formel: C~2H~2. Synonyme: Narcylen, Ethin, Ethyne. Acetylen ist ein farbloses, wasserlösliches, schwach ätherisch riechendes, narkotisch wirkendes, brennbares Gas, das handelsüblich in Druckbehältern geliefert wird. Um Zersetzung zu vermeiden, wird es unter Druck in Aceton gelöst. Das Gas ist leichter als Luft, das Gas/Luft-Gemisch leicht entzündlich.

 

Acetylen wird in Verbindung mit Sauerstoff für Schweiß- und Schneidarbeiten eingesetzt.

Ackerschlepper

Ackerschlepper (Traktoren) sind land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern oder Raupenketten mit wenigstens zwei Achsen. Ihre Funktion besteht im Wesentlichen in der Zugleistung. Sie sind außerdem besonders zum Ziehen, Schieben, Tragen oder zur Betätigung bestimmter Geräte, Maschinen oder Anhänger eingerichtet und zur Verwendung in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben bestimmt. Sie können zum Transport einer Last und zur Mitnahme von Beifahrern ausgerüstet sein. Ihre durch die Bauart bedingte Höchstgeschwindigkeit beträgt in der Regel 40 km/h.

Acrylnitril

Chemische Formel: C~3H~3N. Synonyme: Acrylsäurenitril, Vinylcyanid, Acrylonitril, Propennitril, Propensäurenitril. Acrylnitril ist eine farblose, schwer wasserlösliche, leicht entzündliche, stechend riechende Flüssigkeit. Die Dämpfe sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Acrylnitril wird zur Herstellung von Kunststoffen und Kunstfasern, aber auch als Insektengift verwendet.

Aerosolpackungen

Aerosolpackungen, meist Spraydosen genannt, enthalten ein Gas, das bei der Entnahme den Inhalt als Schaum, Paste, Pulver oder Flüssigkeit austreten lässt. In der Regel handelt es sich um Einwegpackungen.

Aids

Aids ist die Abkürzung für acquired immunodeficiency syndrome (erworbene Immunschwäche). Bei der Aids-Krankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch das HI-Virus hervorgerufen wird (HIV = human immunodeficiency virus). Von Aids spricht man allerdings erst dann, wenn die Symptome der Immunschwäche ein schweres Ausmaß erreicht haben (s. u.). Erkrankungen, die als besonders charakteristisch für Aids gelten, werden als Adi (Aids defining illnesses) bezeichnet.

Akkumulatoren

Wiederaufladbare elektro-chemische Energiespeicher, die im Allgemeinen aus mehreren in Reihe geschalteten Elementen oder Zellen bestehen, nennt man Akkumulatoren oder umgangssprachlich auch Batterien.

Alarmpläne

Alarmpläne enthalten in schriftlicher Form Maßnahmen, die der Unternehmer gemäß Arbeitsschutzgesetz für den Fall gefährlicher Störungen im Betrieb zu treffen hat, z. B. bei Brand, Unfall, Einbruch oder Überfall. Der Alarmplan ist an geeigneten Stellen im Betrieb auszuhängen und regelmäßig zu aktualisieren. Die Beschäftigten sind über die festgelegten Abläufe zu informieren, z. B. durch Unterweisungen. Ein Alarmplan ist auch Bestandteil der in der Störfallverordnung geforderten Schutz- und Notfallmaßnahmen, welche die Auswirkungen von Störfällen begrenzen sollen. Aussagen zu Alarmplänen sind auch in einigen Technischen Regeln (TRGS, TRbF) enthalten.

 

Zusätzlich zum Alarmplan hat der Arbeitgeber einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern.

 

Der Alarmplan legt z. B. fest:

  • die Alarmierung der vom Notfall bedrohten Personen
  • die Alarmierung der zur Gefahrenabwehr vorgesehenen Einsatzkräfte
  • den Einsatz der betrieblichen Kräfte
  • die Regeln für das Verhalten der Beschäftigten
  • die Benachrichtigung außerbetrieblicher Institutionen.

 

Notfälle können sich auch außerhalb des Betriebs auswirken oder es kann erforderlich werden, dass Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes bzw. der allgemeinen Gefahrenabwehr im Betrieb tätig werden. Aus diesem Grund muss der betriebliche Alarmplan mit der örtlichen Katastrophenschutz- und Gefahrenabwehrplanung in Einklang stehen.

Alkohol (Ethylalkohol)

Chemische Formel: C~2H~5OH. Synonyme: Branntwein, Weingeist. Ethylalkohol (Ethanol) ist eine farblose, mit Wasser mischbare Flüssigkeit. Sie ist leicht entzündlich. Die Dämpfe sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch.

Alkohol am Arbeitsplatz

Das Trinken von Alkohol kann nicht nur zu erheblichen Gesundheitsschäden führen, sondern auch zu Unfallgefahren an der Arbeitsstelle und im Berufsverkehr. Alkohol schränkt die Leistungsfähigkeit ein, beeinflusst die Motorik, das Sehvermögen und die Reaktionsgeschwindigkeit. So beeinträchtigen bereits geringe Mengen ab 0,2 bis 0,3 ‰ Blutalkoholgehalt die Reaktionsfähigkeit derart, dass eine sichere Arbeit oder Teilnahme am Straßenverkehr in Frage gestellt werden muss (Abbildung). Mit steigendem Blutalkoholgehalt nimmt die Unfallgefahr drastisch zu: Das relative Risiko eines Unfalls ist bei 0,5 ‰ doppelt, bei 0,8 ‰ viermal und bei 1,3 ‰ zwölf mal so hoch wie ohne Alkoholeinfluss.

Allergie

Als Allergie bezeichnet man eine Überempfindlichkeit des Organismus gegenüber von außen einwirkenden Substanzen (Allergene), die als körperfremd empfunden werden. In der Regel handelt es sich um eine erworbene (gelernte) Reaktion. Jeder Mensch ist in der Lage, mehr oder weniger allergisch zu reagieren. Das allergisierende Potenzial der Allergene ist sehr unterschiedlich. Es gibt obligate Allergene, das heißt Substanzen, deren allergisierendes Potenzial so hoch ist, dass jeder darauf allergisch reagiert. Diese werden in der Regel schnell aus dem Umfeld verbannt, da Überempfindlichkeitsreaktionen absehbar sind. Daneben gibt es eine unüberschaubare Vielzahl von fakultativen Allergenen, das heißt Substanzen, auf die bestimmte Menschen, bei denen eine entsprechende Bereitschaft zur Allergie vorliegt, oder Menschen, die sich in speziellen Situationen oder an besonderen Arbeitsplätzen befinden (z. B. nasses Arbeitsmilieu, vorgeschädigte Haut), mit einer Allergie reagieren. Die Neigung, allergisch zu reagieren, ist besonders ausgeprägt bei Menschen, die an einer atopischen Erkrankung leiden (z. B. Milchschorf im Säuglingsalter, endogenes Ekzem, Heuschnupfen).

Ältere Arbeitnehmer

In den nächsten Jahren wird sich das Durchschnittsalter der erwerbstätigen Bevölkerung erheblich erhöhen. Bereits im Jahr 2010 wird es genauso viele Arbeitnehmer über 45 Jahren (ältere Arbeitnehmer) wie unter 45 Jahren geben. Der Trend wird sich in den Folgejahren noch verstärken, weil aus Mangel an jüngeren Arbeitskräften und wegen der angespannten Lage der Rentenversicherung eine Frühverrentung im bisherigen Ausmaß nicht mehr möglich sein wird.

Alternative Betreuung

Die alternative Betreuung bezeichnet eine besondere Art der Betreuung von Kleinbetrieben im Arbeits- und Gesundheitsschutz, wenn die Zahl der Arbeitnehmer im Betrieb eine bestimmte Höhe nicht überschreitet. Geregelt ist die alternative Betreuung in der UVV "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitsicherheit" (BGV A 2) (Abbildung).

Aluminiumalkyle

Aluminiumalkyle sind metallorganische Verbindungen, die drei Alkylreste an ein Aluminiumatom gebunden enthalten. Die meisten technisch interessanten Aluminiumalkyle sind bei Raumtemperatur farblose niedrigviskose Flüssigkeiten. Zu den Ausnahmen gehören z. B. das viskose Isoprenylaluminium, das praktisch nur in verdünnter Form gehandhabt werden kann, und die bei Raumtemperatur festen Stoffe Ethylaluminiumdichlorid (Schmelzpunkt 32 °C) und Methylaluminiumsesquichlorid (Schmelzpunkt 23 °C).

 

Die wichtigsten Gruppen von Aluminiumalkylverbindungen sind:

  • R~3Al Trialkylaluminium
  • R~2AlX Dialkylaluminiumhalogenid
  • RAlX~2 Alkylaluminiumdihalogenid
  • R~2AlH Dialkylaluminiumhydrid.

Aluminiumstaub

Beim Schleifen und Polieren von Aluminium und Aluminiumlegierungen entsteht Staub. Er ist brennbar und im Gemisch mit Luft explosionsfähig.

Ammoniak

Chemische Formel: NH~3. Ammoniak ist ein farbloses, korrosives, leicht wasserlösliches Gas mit stechendem, zu Tränen reizendem Geruch. Es dient zur Herstellung von Düngemitteln, Sprengstoffen, Soda und Salpetersäure, als wässrige Lösung (Salmiakgeist) in der Medizin, in der Textilindustrie, in der Farbstoffherstellung, als Reinigungsmittel. Flüssiges Ammoniak wird in Kühlaggregaten verwendet. In der Natur entsteht Ammoniak bei der Eiweißzersetzung und kommt bei vulkanischen Gasausbrüchen vor. Technisch wird Ammoniak aus Stickstoff und Wasserstoff nach dem Haber-Bosch-Verfahren gewonnen.

Anforderungs-Kontroll-Modell

Das Anforderungs-Kontroll-Modell (Job Demand-Control-Model - JDC) von Karasek (Karasek/Theorell, 1990) ist das weltweit am besten untersuchte Modell zur Entstehung von arbeitsbedingten Erkrankungen durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz.

 

Es ist nicht nur ein klares Konzept zur Identifizierung erhöhter Belastungen an bestimmten Arbeitsplätzen durch Experten wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit, sondern es dient direkt der Einleitung arbeitsorganisatorischer Gestaltungsmaßnahmen.

Anlegeleitern

Anlegeleitern werden zur Benutzung "angelegt". Sie können einteilig oder aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt sein (z. B. Schiebleitern, Steckleitern) oder mit Laufrollen auf ortsfesten Schienen laufen (Rollleitern).

Anordnungen

Das Sozialgesetzbuch (SGB VII) sieht in § 17 vor, dass die Berufsgenossenschaften und andere gesetzliche Unfallversicherungsträger Anordnungen zur Durchführung von Unfallverhütungsvorschriften (UVV) treffen können. UVV können aber nicht alle Gefahrensituationen tatbestandlich erfassen und nicht in allen Einzelheiten regeln. Deshalb können die Unfallversicherungsträger auch Anordnungen zur Abwendung besonderer Unfall- oder Gesundheitsgefahren erlassen.

 

Solche Anordnungen können auch gegenüber Unternehmern und Beschäftigten von ausländischen Unternehmen getroffen werden, die in Deutschland tätig sind, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören.

Anschläger

Anschläger (Anbinder) sind Personen, die dazu bestimmt und unterwiesen wurden, die beim Transport von Gütern notwendigen Hilfstätigkeiten durchzuführen. Dazu zählen u. a. das Befestigen und Lösen der Last am bzw. vom Hebezeug oder Anschlagmittel und das Einweisen des Hebezeugführers mit Funk oder Handzeichen.

Anschlagketten

Anschlagketten zählen ebenso wie Anschlagseile und Hebebänder zu den sog. Anschlagmitteln. Man setzt bevorzugt Rundstahlketten als Anschlagmittel ein. Zum Heben von Lasten dürfen nur Ketten mit einer Teilung, die nicht größer ist als das Dreifache des Kettenglied-Durchmessers verwendet werden. Die Teilung ist die innere Länge eines Kettengliedes. Ein um die rechtwinklige Kante gelegtes Kettenglied wird durch die Nachbarglieder abgestützt. Die Kette kann dann an der Kante nicht verbogen werden.

 

Langgliedrige Ketten (Spannketten, Absperrketten, Motoraushebeketten oder Zurrketten) dürfen nicht als Anschlagketten verwendet werden.

 

Die Tragfähigkeit einer Kette ergibt sich aus der ihrer Herstellung zu Grunde liegenden Norm. Die Kettenqualität bzw. Güteklasse ist am Prägestempel, aus dem auch der Hersteller ersichtlich ist, zu erkennen.

Anschlagmittel

Anschlagmittel sind nicht zum Hebezeug gehörende Lastaufnahmeeinrichtungen (Abbildung), die eine Verbindung zwischen dem zum Hebezeug gehörenden Tragmittel und der zu hebenden Last oder zwischen dem Tragmittel und einem nicht zum Hebezeug gehörenden Lastaufnahmemittel (Kübel, Traverse, Zange) herstellen, z. B. Anschlagketten, Anschlagseile, Hebebänder sowie die entsprechenden Zubehörteile (Haken, Ösen, Verbindungs- und Verkürzungsglieder).

Anschlagpunkte

Anschlagpunkte (Anschlagaugen) an Fertigteilen, Baumaschinen, Geräten etc. sind Festpunkte an Lasten, die einen sicheren Transport mit Hebezeugen ermöglichen sollen.

 

Im Zusammenhang mit Persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz versteht man unter Anschlagpunkten Festpunkte an baulichen Anlagen oder Einrichtungen, an denen diese, z. B. mit Sicherheitsgeschirren, befestigt werden können.

Anschlagseile

Anschlagseile zählen ebenso wie Anschlagketten und Hebebänder zu den sog. Anschlagmitteln. Sie werden aus Stahldraht sowie aus Chemie- und Naturfasern hergestellt.

Anstrichstoffe, Beschichtungsstoffe

Die Beschichtung ist ein Verfahren, mit dem auf Werkstücke oder Trägerbahnen fest haftende Schichten aufgebracht werden, die eine rein dekorative, eine mechanische, witterungsbeständige oder auch eine chemische Schutzfunktion aufweisen können. Es lassen sich verschiedene Beschichtungsverfahren unterscheiden: Aufdampfen, Aufspritzen, Aufrollen, Aufpinseln, Tauchen usw. Anstrichstoffe (Farben, Lacke) sind definiert als flüssige bis pastenförmige Beschichtungsstoffe, die vorwiegend durch Streichen oder Rollen, teilweise auch im Spritzverfahren, aufgetragen werden.

Arbeitnehmerüberlassung

In zunehmendem Maße werden in Unternehmen neben den eigenen Mitarbeitern, das heißt der Kernmannschaft, Arbeitnehmer anderer Unternehmen tätig. Die Sicherheit der Beschäftigten dieser Fremdfirmen oder Personaldienstleister und die Vermeidung von Gefährdungen für eigene Mitarbeiter durch das Handeln der Mitarbeiter anderer Unternehmen muss zwischen den beteiligten Unternehmen rechtskonform geregelt werden. Hierbei wird zwischen Fremdfirmeneinsatz und Arbeitnehmerüberlassung unterschieden.

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Nach dem Arbeitsschutzgesetz soll der Arbeitgeber alle mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen der Beschäftigten beurteilen und Maßnahmen zu ihrem Schutz ermitteln.

 

Zu den arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zählen alle Zustände und Ereignisse bei der Arbeit, die gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen oder begünstigen oder sogar zu einer Bedrohung des Lebens von Beschäftigten führen können. Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren schließen Unfall- und Berufskrankheiten-Gefahren ein.

 

Beispiele für diese Gruppe der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sind

  • chemische, physikalische, biologische und Klimabelastungen in spezifischer Art und Ausprägung
  • ungeeignete Beleuchtung
  • Mängel in der Arbeitsplatzgestaltung
  • ungeeignete Informationsvermittlung
  • physische Fehlbeanspruchungen
  • psychische Fehlbeanspruchungen
  • Mängel in der betrieblichen Aufbau- und Ablauforganisation
  • unzureichende Qualifikation.

Arbeitsbereiche

Hierunter versteht man den räumlichen Bereich an einem Arbeitsmittel oder einer Betriebseinrichtung, der durch die Beschäftigten von den Arbeitsplätzen aus erreicht werden kann. Dies gilt für alle Arbeiten, die dort anfallen, also Stellen, Ingangsetzen, Inganghalten, Stillsetzen, Führen, Zuführen und Abführen, Überwachen von Arbeitsabläufen, Prüfen von Arbeitsergebnissen und Beheben von Störungen.

 

Der Arbeitsbereich muss sicher sein, d. h. mögliche Gefahrstellen müssen dort durch sicherheitsgerechte Gestaltung des Arbeitsmittels oder der Einrichtung, durch Begrenzung der wirksamen Energie oder durch andere Schutzmaßnahmen vermieden werden. Soweit dies nicht möglich ist, müssen im Arbeitsbereich Schutzeinrichtungen, z. B. Verkleidungen, Umwehrungen, Abweiser, Zweihandschaltungen, Lichtschranken, vorhanden sein.

Arbeitsgruben, Unterfluranlagen

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen sind unter Werkstattebene gelegene Arbeitsplätze, von denen aus Arbeiten z. B. an der Unterseite von Fahrzeugen durchgeführt werden.

Arbeitskleidung

Die Arbeitskleidung wird während der Arbeit an Stelle, in Ergänzung oder zum Schutz der Privatkleidung bzw. zusätzlich getragen. Sie hat keine Schutzfunktion, soll aber durch zweckmäßige Gestaltung der Sicherheit bei der Arbeit förderlich sein.

Arbeitsmedizinische Dienste

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz kann der Unternehmer die arbeitsmedizinische Betreuung seines Betriebes außer durch Bestellung eines Betriebsarztes auch sicherstellen, indem er einen überbetrieblichen arbeitsmedizinischen Dienst beauftragt. Dies geschieht zweckmäßigerweise durch Abschluss eines längerfristigen Vertrags, um die Kontinuität bei der Betreuung der Beschäftigten zu gewährleisten.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Vielfältige arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, denen Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sein können, verlangen nach geeigneten Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Diese Maßnahmen umfassen insbesondere

 

1. die arbeitsmedizinische Beurteilung tätigkeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen, einschließlich Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen

 

2. die Aufklärung und Beratung der Beschäftigten über die mit der Tätigkeit verbundenen Gesundheitsgefährdungen einschließlich solcher, die sich aus vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ergeben können

 

3. spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten

 

4. arbeitsmedizinische Untersuchungen zur Beurteilung der gesundheitlichen Eignung für bestimmte Tätigkeiten, z. B. bei Absturzgefahr, Atemschutzgeräten, Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten, Handhabung von Lasten

 

5. arbeitsmedizinisch begründete Empfehlungen zur Überprüfung von Arbeitsplätzen und der Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung

 

6. die Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes bei gefährdenden Tätigkeiten auf der Grundlage gewonnener Erkenntnisse.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen. Anlagen setzen sich definitionsgemäß aus mehreren Funktionseinheiten zusammen, die zueinander in Wechselwirkung stehen und deren sicherer Betrieb wesentlich von diesen Wechselwirkungen bestimmt wird; hierzu gehören insbesondere überwachungsbedürftige Anlagen.

 

Damit wird deutlich, dass Arbeitsmittel in diesem Sinne einfache Handgeräte bis hin zu komplexen verfahrenstechnischen Anlagen sein können.

Arbeitsplätze

Bereiche, in denen sich Beschäftigte während der Ausübung ihrer Tätigkeit aufhalten, sind Arbeitsplätze. Sie müssen so eingerichtet und beschaffen sein, dass ein sicheres Arbeiten jederzeit möglich ist. Arbeitsplätze können ihrer Dauer nach ständig, z. B. am Fließband, in der Werkstatt, in der Verwaltung, in stationären Betrieben, oder vorübergehend, z. B. auf Bau- und Montagestellen, bestehen. Sie können darüber hinaus ihrer Art nach auch fest, z. B. an Maschinen, oder ortsveränderlich, z. B. auf Gerüsten, Leitern und Fahrzeugen, sein.

Arbeitsplatzgrenzwerte

Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Arbeitsplatzgrenzwerte werden in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 veröffentlicht.

Arbeitsschutz im Internet

Das Internet bietet zum Thema Arbeitsschutz eine Fülle von Informationen. Um bei der Suche nicht viel Zeit zu verlieren, ist es wichtig, sich im Vorfeld sinnvolle Suchstrategien zu überlegen.

Arbeitsschutzausschuss

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz § 11 hat der Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten einen Arbeitsschutzausschuss zu bilden. Teilzeitkräfte sind dabei entsprechend ihrer Arbeitszeit mit bestimmten Faktoren zu berücksichtigen (wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 10 Stunden = 0,25; nicht mehr als 20 Stunden = 0,5; nicht mehr als 30 Stunden = 0,75). Dem Arbeitsschutzausschuss gehören der Arbeitgeber oder ein von ihm Beauftragter, zwei Mitglieder des Betriebsrats/Personalrats, Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte an. Über die Zahl der Mitglieder aus dem Kreis der Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragten und über das Auswahlverfahren sagt das Gesetz nichts aus. Allerdings kann der Betriebsrat gegen den Arbeitgeber die Bildung eines Arbeitsschutzsausschusses durchsetzen. Es sollte nach den Belangen des Betriebs verfahren werden. Um die Effektivität des Ausschusses zu fördern, sollte unter Berücksichtigung der Beteiligung aller genannten Gruppen die Mitgliederzahl begrenzt sein.

 

Der Arbeitsschutzausschuss ist somit ein wesentlicher Teil der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation. Mit ihm wird die Zusammenarbeit aller am Arbeitsschutz Beteiligten organisiert und auf betrieblicher Ebene geregelt. Das betrifft insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Betriebs- bzw. Personalrat und die Zusammenarbeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit untereinander.

Arbeitsschutzgesetz

Ziel des Arbeitsschutzgesetzes ist die Sicherung und Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes aller Beschäftigten bei der Arbeit durch geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen. Das Arbeitsschutzgesetz dient dazu, Sicherheit und Gesundheitsschutz für Beschäftigte dauerhaft, umfassend und in allen Tätigkeitsbereichen zu regeln und sicherzustellen. Dabei werden vorrangig Schutzziele und allgemein gehaltene Anforderungen vorgegeben und keine detaillierten Verhaltensvorschriften formuliert. Durch die weit gefassten Bestimmungen des Gesetzes soll erreicht werden, dass es überall umgesetzt werden kann. Auch soll den Betrieben bewusst Spielraum für situationsangepasste Arbeitsschutzmaßnahmen gelassen werden. Dieser Spielraum ist nur dann begrenzt, wenn in den speziellen Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften zum Arbeitsschutz für bestimmte Situationen oder Gefahrenlagen konkretere Forderungen erhoben werden. Mit dem Arbeitsschutzgesetz wird der umfassende und präventiv ausgerichtete Arbeitsschutzansatz der EG-Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz 89/391/EWG gesetzlich verankert.

Arbeitsschutzmanagement

Managen umfasst ganz allgemein das Ausrichten, Planen, Steuern, Initiieren, Kontrollieren und kontinuierliche Verbessern (Abbildung) von Strukturen, Prozessen und Tätigkeiten in sozialen Systemen. In diesem Sinne eine Organisation (Unternehmen, Betrieb, Körperschaft, Institut etc.) zielorientiert und unternehmerisch zu leiten, nennt man Management.

 

Arbeitsschutzmanagement umfasst demzufolge das Managen der innerbetrieblichen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie zur Gesundheitsförderung. Arbeitsschutz managen ist vor allem ein Führungsprozess.

Arbeitsschutzmanagementsysteme

Um eine umfassende Prävention zu erreichen und den Sicherheitsstandard mit einem akzeptablen Aufwand weiter zu verbessern, ist es in der Mehrzahl der Organisationen vor allem erforderlich, Sicherheit und Gesundheitsschutz gezielter zu planen, zu organisieren sowie systematisch und konsequent als Führungsaufgabe zu managen. Fortschrittliche Betriebe beschreiten solche Wege bereits, indem sie Sicherheit und Gesundheitsschutz als "Managementsystem" oder als Bestandteil eines bereits vorhandenen Managementsystems - in Kleinbetrieben spricht man besser von Führungs- und Organisationskonzepten - betreiben.

 

Der betriebliche Arbeitsschutz (Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz inklusive betrieblicher Gesundheitsförderung) entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer präventiven, von den Unternehmen eigenverantwortlich gesteuerten Managementaufgabe. Die Realisierung erfolgt in Form eines Arbeitsschutzmanagementsystems (Abbildung) (AMS). Das heißt:

  • Erprobte Managementprinzipien, z. B. Zielvereinbarung, kontinuierlicher Verbesserungsprozess (Abbildung), Prozessorientierung, Standardisierung, Mitarbeitereinbeziehung und Eigenverantwortung, werden auf den betrieblichen Arbeitsschutz übertragen und dort konsequent angewendet
  • Die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes und die betrieblichen Arbeitsschutzprozesse werden geregelt und dokumentiert (z. B. in Anlehnung an den Nationalen Leitfaden für AMS).

 

Arbeitsschutzmanagement stellt demzufolge vor allem eine Strategie und Methodik zum systematischen Planen, Organisieren, Betreiben und Überwachen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes dar. Ein prozessorientiertes AMS (Abbildung) enthält keine über die gültigen öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen hinausgehenden Forderungen.

Arbeitsschutzmaßnahmen

Arbeitsschutzmaßnahmen sind Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit im Sinne von § 2 Arbeitsschutzgesetz. Darunter versteht man Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit (Ergonomie).

Arbeitsschutzorganisation

Die betriebliche Arbeitsschutzorganisation bildet den Rahmen für alle innerbetrieblichen Maßnahmen, mit denen der Schutz der Beschäftigten vor den Betriebsgefahren verwirklicht werden soll. Das Ziel dieser Organisation ist die Gewährleistung der Arbeitssicherheit. Wie jedes andere Unternehmensziel muss auch diese Aufgabe planvoll organisiert sein. Dies kann nur durch optimales Zusammenwirken der Unternehmensleitung und aller Beschäftigten geschehen.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Die Arbeitssicherheit umfasst alle Maßnahmen und Einrichtungen, die nach dem Stand der Technik notwendig sind, um die anstehenden Arbeiten ohne Gefahr für Leib und Leben der ausführenden und beteiligten Personen zu gewährleisten. Dies gilt auch für Personen, die mittelbar oder unmittelbar von den Arbeiten betroffen sind. Dabei sind die technischen, organisatorischen und persönlichen Voraussetzungen (TOP) der Arbeit zu beachten.

 

Der Begriff Gesundheitsschutz erweitert den Begriff Arbeitssicherheit um den Schutz vor langfristigen Folgen für die Gesundheit der ausführenden und beteiligten Personen, die durch physikalische, chemische, psychische oder biologische Einwirkungen entstehen können.

 

Als Prävention werden alle Maßnahmen und Einrichtungen bezeichnet, die der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz dienen.

 

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden auch im Begriff Arbeitsschutz zusammengefasst.

Arbeitssicherheitsgesetz

Das "Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (Arbeitssicherheitsgesetz) bestimmt, dass der Unternehmer zur Unterstützung seiner Aufgaben auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung (im Sinne von Sicherheit und Gesundheitsschutz nach dem Arbeitsschutzgesetz) Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen hat.

 

Das Arbeitssicherheitsgesetz regelt den Aufbau der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation. Die Verantwortung dafür trägt der Arbeitgeber. Das Arbeitssicherheitsgesetz und das Arbeitsschutzgesetz sind eng miteinander verknüpft und müssen deshalb im Zusammenhang betrachtet werden.

 

Im Arbeitssicherheitsgesetz wird im Einzelnen festgelegt, welche Aufgaben Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben, welchen Anforderungen sie genügen müssen, wie sie miteinander, mit den anderen im Unternehmen Beauftragten und mit dem Betriebs- bzw. Personalrat zusammenarbeiten sollen und dass ein Arbeitsschutzausschuss zu bilden ist.

Arbeitsstätten

Die Bezeichnung Arbeitsstätte ist ein Sammelbegriff für die vielfältigen und verschiedenartigen Arbeitsräume und Arbeitsplätze in Industrie, Gewerbe, Handel, Handwerk, Verwaltung, Dienstleistung, Gesundheitsdienst usw. An Arbeitsstätten werden zahlreiche sicherheitstechnische und arbeitshygienische Anforderungen gestellt. Zur Arbeitsstätte gehören auch Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge, Lager-, Maschinen- und Nebenräume, Sanitärräume (Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume), Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume und Unterkünfte.

Arbeitssystem

Das Arbeitssystem beschreibt das Zusammenwirken und die Wechselwirkung von Mensch und Arbeitsmittel im Arbeitsablauf, um die Arbeitsaufgabe am Arbeitsplatz bzw. in der Arbeitsstätte unter Arbeitsumgebungeinflüssen zu erfüllen. Ziel der Arbeitssystemgestaltung ist Systemsicherheit. Um ein System dauerhaft zu verändern, muss man seine Struktur (Abbildung) verändern.

Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit besteht, wenn ein Arbeitnehmer auf Grund seines Gesundheitszustands seine zuletzt ausgeübte oder eine ähnlich geartete Beschäftigung nicht ausüben kann.

Arbeitsunfälle

Den Begriff "Unfall" legt das Gesetz in § 8 Abs. 1 SBG VII ausdrücklich wie folgt fest:

  • ein zeitlich begrenztes,
  • von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis,
  • das zu einem Gesundheitsschaden oder dem Tod führt.

 

Arbeitsunfälle (Abbildung) sind Unfälle von Versicherten infolge einer versicherten Tätigkeit (§ 8 Abs. 1 SGB VII). Danach hat ein Arbeitsunfall folgende Tatbestandsmerkmale:

  • Versicherte Person
  • Verrichtung einer versicherten Tätigkeit
  • Eintritt eines Unfalls
  • Rechtlich wesentlich verursacht durch die versicherte Tätigkeit.

Arbeitswissenschaft

Die Arbeitswissenschaft behandelt systematisch alle Fragen, die mit der Planung, Gestaltung, Durchführung und Leistung menschlicher Arbeit zusammenhängen.

Arbeitszeit

Unter Arbeitszeit wird die Zeitdauer vom Beginn bis zum Ende einer Arbeit verstanden. Wegezeiten sowie Pausen und Ruhezeiten werden hierbei im Allgemeinen nicht berücksichtigt.

 

Moderne Arbeitszeitgestaltung basiert auf gesetzlichen und ergänzend auf tarifvertraglichen Regelungen, auf Betriebsvereinbarungen und/oder individuellen Vereinbarungen. Betriebliche Rahmenbedingungen des Unternehmens und individuelle Interessen der Beschäftigten werden gleichermaßen berücksichtigt. Erstrebenswert und letztlich am effizientesten ist immer, wenn unterschiedliche Standpunkte und Interessen abgewogen und für alle Beteiligten akzeptable Lösungen gefunden werden.

 

Im Rahmen von Festlegungen und Vergleichen von Arbeitszeiten wird häufig untergliedert in Tagesarbeitszeit, Wochenarbeitszeit, Jahresarbeitszeit oder Lebensarbeitszeit.

 

In Deutschland beträgt die durchschnittlich Wochenarbeitszeit etwa 36 - 40 Stunden und die Jahresarbeitszeit etwa 1.670 Stunden. Bei häufig dargestellten internationalen Vergleichen der Jahresarbeitszeiten muss auch die Arbeitsintensität bzw. Produktivität berücksichtigt werden, um eine realistische Vergleichsbasis zu erhalten.

Aromaten

Aromaten sind zyklische organische Verbindungen, aufgebaut aus Benzolmolekülen. Mit die wichtigste Gruppe sind die aromatischen Kohlenwasserstoffe, die oft verkürzt als Aromaten bezeichnet werden. Aromatische Kohlenwasserstoffe sind wasserunlösliche, farblose, nach Benzin riechende Flüssigkeiten. Wichtige Vertreter sind Benzol, Toluol, Xylol sowie Ethylbenzol und Isopropylbenzol. Die Alkylbenzole Benzol, Toluol und Xylol werden im technischen Sprachgebrauch auch als BTX-Aromaten bezeichnet.

Arsen und arsenhaltige Stoffe

Chemisches Zeichen: As. Arsen ist ein festes Halbmetall, das sich in Arsentrioxid und Arsenwasserstoff zersetzt und bei Erhitzung charakteristisch nach Knoblauch riecht. Metallisches Arsen (graues Arsen) ist die stabilste Form arsenhaltiger Stoffe. Arsen ist ubiquitär in allen organischen Geweben enthalten.

 

Die biologische Bedeutung des Arsens als Spurenelement ist noch nicht völlig geklärt. Es leitet den Strom und ist Bestandteil von Legierungen. Darüber hinaus waren Arsen bzw. arsenhaltige Stoffe Bestandteil von Pflanzen- und Holzschutzmitteln. Nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung gelten für Arsen und seine Verbindungen Herstellungs- und Verwendungsverbote.

Arsenwasserstoff

Chemische Formel: AsH~3. Synonyme: Arsin, Arsan, Arsenhydrid. Arsenwasserstoff ist wie Wasserstoff farblos und brennbar; meist riecht er durch Verunreinigung mehr oder weniger stark nach Knoblauch.

Asbest

Als Asbest werden faserförmiger Serpentinasbest (Chrysotil) und faserförmige Amphibolasbeste (Aktinolith, Amosit, Anthophyllit, Krokydolith, Tremolit) bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Gruppe anorganischer, natürlich vorkommender kristalliner Silikate, die auf Grund ihrer faserförmigen Struktur bei mechanischer Beanspruchung in eine Vielzahl einzelner Fragmente aufspleißen. Dabei kommt es zur Entstehung immer dünnerer Fasern bzw. Faserbündel, wie sie auch in den Stäuben an Arbeitsplätzen der astbestverarbeitenden Industrie gefunden wurden.

 

Einstufung: Krebserzeugend (Kategorie 1). Kennzeichnung: Gefahrensymbol: T (Giftig); R-Sätze: R 45 Kann Krebs erzeugen / R 48/23 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen; S-Sätze: S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen / S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich dieses Etikett vorzeigen); Sonderkennzeichnung beachten.

Asbest, Abbruch und Sanierung

Asbestsanierung im Sinne der Asbestrichtlinien ist die Behandlung von schwach gebundenen Produkten, aus denen Asbestfasern austreten können. Ziel der Asbestsanierung ist es, eine Gesundheitsgefährdung für Gebäudenutzer durch austretende Fasern auszuschließen. Die Sanierungsmethoden umfassen das Entfernen asbesthaltiger Materialien und erforderlichenfalls das Ersetzen durch asbestfreies Material sowie das Beschichten oder die räumliche Trennung von schwach gebundenen Asbestprodukten einschließlich der erforderlichen Nebenarbeiten.

Atemschutzgeräte

Atemschutzgeräte (Abbildung) sind Persönliche Schutzausrüstungen, die den Träger vor der Einwirkung von Schadstoff in der Umgebungsatmosphäre und/oder Sauerstoffmangel schützen. Ein Gebotszeichen (Abbildung) weist auf die Bereiche hin, in denen Atemschutz benutzt werden muss. Atemschutzgeräte werden unterschieden in:

  • Filtergeräte (von der Umgebungsatmosphäre abhängig)
  • Isoliergeräte (unabhängig von der Umgebungsatmosphäre).

ATEX

Die Abkürzung ATEX steht für „atmosphère explosible“, das heißt für explosionsfähige Atmosphäre. Als ATEX-Richtlinien werden folgende EG-Richtlinien bezeichnet:

  • Richtlinie 94/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. März 1994 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX 100 bzw. ATEX 95)
  • Richtlinie 1999/92/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 1999 über Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphären gefährdet werden können (ATEX 118 bzw. ATEX 137).

Ätzende Stoffe, Reizende Stoffe

Stoffe und Zubereitungen, die bei der Einwirkung auf lebendes Gewebe (Haut, Schleimhäute) Entzündungen hervorrufen, werden als reizend eingestuft. Als ätzend werden Stoffe und Zubereitungen bezeichnet, die lebendes Gewebe zerstören.

 

Säuren, Basen (auch Laugen genannt) und Verbindungen, die mit Wasser basisch (alkalisch) oder sauer reagieren, zählen zu den ätzenden Stoffen. Dazu gehören auch oxidierend wirkende und wasserentziehende Stoffe. Ätzende Stoffe können organischer oder anorganischer Natur, fest, flüssig oder gasförmig sein.

 

Vielfach verwendete ätzende Stoffe sind z. B.

  • die festen Stoffe Ätzkali, Ätznatron, Baukalk, staubförmiges Calciumcarbid, Natriumperoxid
  • die flüssigen Säuren, z. B. Ameisensäure, Chromsäure, Essigsäure, Flusssäure, Phosphorsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure, schweflige Säure, Überchlorsäure und die Laugen, z. B. Natronlauge, Kalilauge, Kalkwasser, Ammoniakwasser (Salmiakgeist)
  • die Gase Chlor, Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff, Schwefeldioxid, Ammoniak, Phosgen, nitrose Gase.

Aufsichtspersonen

Aufsichtspersonen arbeiten im Teilbereich der Prävention bei den Unfallversicherungsträgern. Ziel ihrer Arbeit ist die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und anderer berufsbedingter Erkrankungen. Sie haben die Aufgabe, die Einhaltung rechtlich vorgeschriebener Arbeitsschutzstandards in den Unternehmen zu überwachen. Das geschieht in erster Linie durch die gründliche Beratung von Unternehmern und Versicherten anlässlich von Betriebsbegehungen. Aufsichtspersonen sind aber auch befugt, Anordnungen zur Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften oder zur Abwehr von Gefahren zu treffen. Bei unmittelbar drohender Gefahr für Leben und Gesundheit fordern sie den sofortigen Vollzug ihrer Anordnungen, z. B. die Einstellung einer Arbeit oder des gesamten Betriebes. Damit haben Aufsichtspersonen auch hoheitliche Funktion. Sie werden häufig als Technische Aufsichtsbeamte (TAB) bezeichnet, sind aber rechtlich betrachtet Angestellte der Unfallversicherungsträger mit besonderen Verpflichtungen. Ihre Überwachungs- und Beratungstätigkeit erschöpft sich nicht in der Sicherheitstechnik, sondern umfasst auch die Organisation der Arbeitssicherheit sowie soziale und psychische Faktoren der Arbeitsumwelt.

Auftragserteilung

Der § 5 der UVV "Grundsätze der Prävention" fordert:

 

"(1) Erteilt der Unternehmer den Auftrag,

 

1. Einrichtungen zu planen, herzustellen, zu ändern oder in Stand zu setzen,

 

2. Arbeitsverfahren zu planen oder zu gestalten,

 

so hat er dem Auftragnehmer schriftlich aufzugeben, die in § 2 der UVV "Grundsätze der Prävention" genannten für die Durchführung des Auftrags maßgeblichen Vorgaben zu beachten."

 

Hierbei handelt es sich um staatliche Arbeitschutzvorschriften (insbesondere das Arbeitsschutzgesetz), die Bestimmungen der UVV "Grundsätze der Prävention", die sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften und um allgemein anerkannte sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Regeln. Hierunter können auch Regelungen fallen, die im Bereich der EU gelten, wie z. B. die EG-Maschinenrichtlinie. Soweit in anderen Rechtsvorschriften, insbesondere in Arbeitsschutzvorschriften, Anforderungen gestellt werden, bleiben diese Vorschriften unberührt.

 

Es empfiehlt sich, in den Einkaufs- und Lieferbedingungen entsprechende Formulierungen einzusetzen. Vielfach genügt ein Stempel, der etwa mit folgendem Text als ausreichend angesehen werden kann:

 

"Mit der Annahme des Auftrags verpflichtet sich der Auftragnehmer, bei der Ausführung die einschlägigen Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften sowie die allgemein anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln zu beachten."

 

Erteilt der Unternehmer den Auftrag, Arbeitsmittel, Ausrüstungen oder Arbeitsstoffe zu liefern, so hat er dem Auftragnehmer schriftlich aufzugeben, im Rahmen seines Auftrags die einschlägigen Anforderungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz einzuhalten.

Aufzugsanlagen

Aufzugsanlagen sind gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) überwachungsbedürftige Anlagen. Dazu zählen:

  • Aufzüge im Sinne von Art. 1 der Richtlinie 95/16/EG (Umsetzung in 12. GPSGV), die in Gebäuden und Bauten dauerhaft betrieben werden. Sie verkehren meist zwischen festgelegten Ebenen mittels Fahrkorb zur Personen- und Güterbeförderung. Bei Erreichbarkeit von Bedienelementen vom Fahrkorb aus können Aufzüge auch nur zur Güterförderung bestimmt sein. Sie können weiterhin an starren, gegenüber der Horizontalen um mehr als 15° geneigten Führungen oder nach einem räumlich vollständig festgelegten Fahrverlauf fortbewegt werden.
  • Maschinen im Sinne der Richtlinie 2006/42/EG (Umsetzung in 9. GPSGV) zum Heben von Personen, bei denen die Gefahr eines Absturzes aus einer Höhe von mehr als drei Metern besteht.
  • Personen-Umlaufaufzüge ("Paternoster") zur Personenbeförderung, die so eingerichtet sind, dass Fahrkörbe an zwei endlosen Ketten aufgehängt sind und während des Betriebs ununterbrochen bewegt werden.
  • Bauaufzüge zur Personenbeförderung oder auf Baustellen vorübergehend errichtete Aufzugsanlagen zur Beförderung von Personen und Gütern, deren Förderhöhe und Haltestellenanzahl dem Baufortschritt angepasst werden können.

 

Aufzugsanlagen müssen gemäß BetrSichV nach dem Stand der Technik betrieben werden. Für den Betrieb ist vorerst die TRA 007 maßgebend. Für Betrieb, Montage, Instandhaltung und Demontage von Aufzugsanlagen muss der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Augenschutz

Die Augen können in vielen Arbeitsbereichen und bei zahlreichen Tätigkeiten schädigenden Einflüssen ausgesetzt sein. Man unterscheidet nach mechanischen, optischen, chemischen, biologischen und thermischen Einwirkungen, die auch in Kombination auftreten können.

Ausblasleitungen

Ausblasleitungen dienen dazu, die bei einer Explosion entstehenden Verbrennungsrückstände abzuleiten, wenn eine Druckentlastung direkt ins Freie nicht möglich ist. In den Explosionsschutz-Regeln (Abschn. E 3.2) ist festgelegt, dass eine Druckentlastung in den Arbeitsraum grundsätzlich nicht zulässig ist.

Ausgänge, Notausgänge

Im Gefahrfall muss gewährleistet sein, dass Arbeitsräume schnell und sicher verlassen werden können. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Anzahl genügend großer Ausgänge. Diese Ausgänge müssen unmittelbar ins Freie, in Flure oder in Treppenhäuser führen, die als Rettungsweg geeignet sind.

 

Ausgänge müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können. Sie sind mit einer Sicherheitsbeleuchtung auszurüsten, wenn das gefahrlose Verlassen der Arbeitsstätte für die Beschäftigten, insbesondere bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung, nicht gewährleistet ist. Besteht die Gefahr, dass die Beschäftigten bei Ausfall der Beleuchtung oder bei Verrauchung bzw. Verqualmung die Orientierung verlieren oder die vorgegebenen Ausgänge und Rettungswege nicht erkennen können, ist ein bodennahes Sicherheitsleitsystem mit lang nachleuchtenden oder elektrisch betriebenen Leitmarkierungen anzubringen. Die Wirkung wird noch verbessert, wenn es mit elektrisch hinterleuchteten Sicherheitszeichen kombiniert wird.

Aushänge

Zahlreiche Arbeitsschutzgesetze und -verordnungen sowie Unfallverhütungsvorschriften fordern, dass Abdrucke ihrer Bestimmungen im Betrieb ausgelegt oder ausgehängt werden. Ein Aushang am schwarzen Brett hat sich bewährt, da der Betrieb seine Informationspflicht auf diese Weise wirkungsvoll erfüllen kann. Aushänge müssen gut zu erkennen sein und in gut lesbarer Form gehalten werden.

Ausländische Arbeitnehmer

Ausländische Arbeitnehmer deutscher Betriebe haben, wenn sie in Deutschland arbeiten, auch im Arbeitsschutz die gleichen Rechte und Pflichten wie deutsche Beschäftigte. Sie sind ebenso Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung wie ihre deutschen Kollegen.

 

Bei ausländischen Arbeitnehmern ist mit einem unterschiedlichen Arbeitsstil und einer oftmals anderen Einstellung zu Gefahren im Vergleich zu ihren deutschen Arbeitskollegen zu rechnen. Aber auch Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten können bestehen. Besondere Gesichtspunkte sind bei ihrer Unterweisung zu berücksichtigen.

Ausländische Unternehmen

Die Unfallverhütungsvorschriften gelten auch für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit in Deutschland ausüben. Solche Unternehmen gehören keinem deutschen Unfallversicherungsträger an. Die Unfallverhütungsvorschriften müssen dennoch auch von diesen Unternehmern und ihren Beschäftigten beachtet werden, um z. B. zu verhindern, dass sie durch Einsatz unsicherer Arbeitsmittel oder Arbeitsverfahren Versicherte deutscher Unternehmen gefährden. Die Unfallversicherungsträger können die Einhaltung rechtlich vorgeschriebener Arbeitsschutzstandards in ausländischen Unternehmen, die in Deutschland arbeiten, überwachen und gegenüber Unternehmern und Beschäftigten von solchen Unternehmen Anordnungen treffen, um Unfallverhütungsvorschriften durchzusetzen oder besondere Unfall- und Gesundheitsgefahren abzuwenden.

Auslandsarbeiten

Grundsätzlich gelten die in Deutschland zu beachtenden Unfallverhütungsvorschriften (UVV) auch bei einem vorübergehenden Arbeitseinsatz im Ausland. Diese UVV müssen im Gastland befolgt werden, soweit die Rechtsvorschriften dieses Landes dem nicht entgegenstehen. Den Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger (Technischen Aufsichtsbeamten) ist es allerdings im Ausland verwehrt, Anordnungen zu treffen. Bei Nichteinhaltung einer UVV können aber gegenüber dem Unternehmen im Inland die notwendigen Maßnahmen angeordnet werden.

Ausschreibung

Unter einer Ausschreibung in der Bauwirtschaft versteht man die Anfertigung von Leistungsbeschreibungen der verschiedenen Bauarbeiten durch den bauleitenden Architekten und ihre Übergabe an die Unternehmer zur Angebotsabgabe. Die beschränkte Ausschreibung richtet sich an eine kleine Anzahl von Unternehmern, an der öffentlichen Ausschreibung kann sich jeder Unternehmer, der an der Arbeit interessiert ist, beteiligen. In diesem Fall werden die Ausschreibungsunterlagen öffentlich ausgelegt oder gegen Gebühr ausgegeben.

Azo-Farbmittel

Azo-Farbmittel sind eine wichtige Gruppe von synthetischen Farbstoffen. Sie sind charakterisiert durch die Azogruppierung -N=N-