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Homeoffice / Mobiles Arbeiten

Sicheres und gesundes Arbeiten

Die Coronakrise und das damit verbundene „soziale Distanzieren“, um die den Infektionsausbruch einzudämmen, hat zur Schließung von Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Restaurants und Geschäften bis hin zum Kontaktverbot geführt. Das hat viele Beschäftigte ins Homeoffice geführt. Mitarbeitende stehen damit vor besonderen Herausforderungen.

Jeder Zweite arbeitet seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland im Homeoffice. Das hat eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom mit 1.000 Befragten ergeben. Doch für einige ist Homeoffice völlig neu: 18 Prozent durften laut Bitkom zuvor gar nicht im Homeoffice arbeiten und machen das jetzt zeitweise (15 Prozent) oder ganz (3 Prozent). Weitere 31 Prozent konnten bereits vorher im Homeoffice arbeiten und tun das seit Corona häufiger (17 Prozent) oder ganz (14 Prozent). Dagegen geben 41 Prozent an, ihre Tätigkeit sei grundsätzlich nicht für Homeoffice geeignet.

Welche Formen des mobilen Arbeitens gibt es?

Wird für einen beschränkten Zeitraum Homeoffice empfohlen oder angeordnet, handelt es sich aus Arbeitsschutzsicht um mobile Arbeit. In Ausnahmesituationen, wie jetzt während der Coronakrise, kann mobiles Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Unter mobiler Arbeit sind Tätigkeiten zu verstehen, die außerhalb der Arbeitsstätte unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern oder anderen Endgeräten stattfinden und nicht zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten fest vereinbart sind. Ob im Zug, am Flughafen oder in der Bahnhofslounge: Beschäftige können von überall aus arbeiten. Der Mitarbeitende erhält lediglich vom Arbeitgeber einen Arbeitsauftrag.

Der Zugriff auf unternehmensinterne IT-Infrastruktur erfolgt per mobiler Informations- und Kommunikationstechnik. Mobile Arbeit umfasst auch das kurzfristig angesetzte Arbeiten in der eigenen Wohnung, wie jetzt besonders während der Coronakrise. Für das mobile Büro gilt nicht die Arbeitsstättenverordnung. Hier gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes.

Der Arbeitnehmer arbeitet ganz oder teilweise von Zuhause.
Dafür richtet der Arbeitgeber richtet im Privatbereich von Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung ein und regelt die Arbeit von zuhause arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung. Hierfür macht die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) entsprechende Vorgaben: So wird nach § 2 Absatz 7 ArbStättV per Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber etwa geregelt, wie viele Stunden in der Woche Zuhause gearbeitet werden und wie der Telearbeitsplatz eingerichtet (u.a. Tisch, Stuhl, Telefon, Hard- und Software).

Vor Start der Telearbeit muss es eine Gefährdungsbeurteilung am häuslichen Arbeitsplatz durchgeführt worden sein, um physische und psychische Belastungen sowie bei Bildschirmarbeitsplätzen insbesondere die Belastungen der Augen oder die Gefährdung des Sehvermögens der Beschäftigten zu berücksichtigen.

Bei beiden Arbeitsformen gilt: Arbeitgebende müssen ihren Schutzpflichten dadurch gerecht werden, dass sie entsprechende organisatorische Maßnahmen treffen und ihren Beschäftigten klare Verhaltensregeln geben. Sie müssen ihre Beschäftigten über den eigenverantwortlichen Umgang mit Risiken ausreichend informieren und befähigen.

Alle Bereiche des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) finden sowohl bei der Telearbeit als auch bei mobilem Arbeiten uneingeschränkt.

In Deutschland ist der Begriff „Homeoffice“ ein Synonym für Telearbeit oder Heimarbeit: Sämtliche Regelungen der Telearbeit finden sich beim Homeoffice wieder.

Was sind die Voraussetzungen für mobiles Arbeiten?

Ist Homeoffice für mich sinnvoll bzw. geeignet?

Es gibt zahlreiche Berufsgruppen, wie etwa Busfahrer oder Flugpersonal, die aufgrund ihrer Aufgaben nicht im Homeoffice arbeiten können. Andere wollen dem Büro bzw. dem Arbeitsplatz erst gar nicht – trotz Coronakrise – fernbleiben. Für die „Heimarbeiter“ gilt: Laut einer Studie der Universität Konstanz sind 45 Prozent von 700 Befragten sehr zufrieden mit der Arbeitsform „Homeoffice“. Die Befragten geben an, im Homeoffice sehr produktiv und konzentrierter arbeiten zu können. Und 77 Prozent geben an, dass ihnen das Arbeiten von zuhause die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtere.

Weitere Vorteile des Homeoffice: Positiv bewerten sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer den flexibleren Einsatz der Arbeitskraft − je nach Prioritäten und Arbeitsvolumen. Überhaupt flexibel über die eigene Arbeitszeit verfügen zu können, wird als sehr wertvoll angesehen. Generell befürworten dies Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Es kann für Beschäftigte viele Gründe geben, sich flexiblere Arbeitszeiten zu wünschen, beispielsweise bei der Pflege von Angehörigen oder durch veränderte Familienmodelle. Aber auch eine stressfreiere An- und Abreise morgens und abends kann für Pendler ein gewichtiger Grund sein flexibler zu arbeiten.

Auf Arbeitgeberseite wirkt sich die höhere Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten positiv aus und es lassen sich betriebliche Anforderungen leichter steuern.


Gesetzliche Ruhezeiten sind einzuhalten

Gesetzliche Ruhepausen sind auch bei Homeoffice verpflichtend. Im Vergleich zu einer regulierten Form mit festen Arbeitszeiten sind Erholungszeiten in der anderen Ausprägung mit individuellen Absprachen jedoch nicht unbedingt immer gewährleistet. Dies ist etwa der Fall, wenn Beschäftigte ihre Arbeit in Zeitblöcken leisten, um sich dazwischen in einer längeren Pause um ihre Kinder oder Angehörigen zu kümmern und den Rest der Arbeitszeit in den Arbeitsstunden zu leisten.


Dienstreisen und Homeoffice können beflügelnd wirken

Als Vorteile können andererseits auch die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, eine selbstbestimmtere und freiere Arbeit sowie höhere Aufgabenvielfalt empfunden werden. In der Coronakrise hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Thema „Homeoffice“ nochmals aufgegriffen und erwägt für Herbst 2020 ein gesetzlich verankertes Recht auf das Arbeiten von zu Hause. Solch ein Anrecht gibt es bereits seit 2015 in den Niederlanden.

Was wird für Homeoffice bzw. Mobiles Arbeiten benötigt?

Das hängt vom jeweiligen Aufgabenfeld stark ab. Für die Arbeit von Zuhause sollte für ein reibungsloses Arbeiten einerseits der Fernzugriff auf die unternehmensinterne IT-Infrastruktur per mobiler Informations- und Kommunikationstechnik gewährleistet sein. Daneben sollte bestmöglich ein ergonomischer Arbeitsplatz, sowie Arbeitsmittel wie ein Computer und ein Telefon vorhanden sein. Für die mobile Arbeit können diverse andere Arbeitsmittel vonnöten sein. Vor allem der nun fehlende persönliche Kontakt zu den Kollegen muss kompensiert werden. Hier gibt es sehr moderne digitale Kommunikations-Tools, die die IT-Abteilungen nun in der Krise vielerorts auch recht adhoc bereitstellen mussten. 

Wie gestalte ich Homeoffice gesund und sicher?

In der Coronakrise wird es für Arbeitgebende kaum möglich sein, bei kurzfristig verordnetem Homeoffice den Mitarbeitenden fest eingerichtete Telearbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Wenn vorhanden, ist das heimische Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Bürostuhl der beste Platz zum Arbeiten. Aber auch wenn der heimische Küchentisch als Lösung herhalten muss, können Beschäftigte die Arbeit sicher und gesund gestalten.

Die 5 wichtigsten Tipps für Homeoffice

  • Die Blickrichtung parallel zum Fenster wählen, auch bei künstlicher Beleuchtung
  • Bildschirm nicht direkt am Fenster platzieren
  • Fenster im Rücken vermeiden
  • Bildschirm ausrichten, indem Sie ihn drehen und neigen
  • Geräte aus hellen, matten Materialien bevorzugen
  • Gegebenenfalls Lamellen, Vertikalstores, Stellwände ergänzen
  • Leuchten seitlich zum Arbeitsplatz platzieren
  • Bildschirmhelligkeit und -kontrast einstellen
  • Ausreichend Platz zum Arbeiten schaffen
  • Wichtige Arbeitsmittel griffbereit platzieren 
  • Platzeinnehmende Unterlagen auf dem Tisch vermeiden
  • Tastatur entsprechend der Arbeitsaufgabe aufstellen
  • Zwischen Tischkante und Tastatur 10 bis 15 cm Platz lassen
  • Tastatur immer getrennt vom Bildschirm aufstellen
  • Unterarme locker auf der Tischplatte ablegen
  • Maus dicht neben die Tastatur setzen
  • Gegebenenfalls Handballenauflage und Beleghalter nutzen
  • Knie und Ellbogen bilden einen 90-Grad-Winkel
  • Füße stehen auf dem Boden, Arme liegen auf
  • Kopf leicht geneigt (ca. 35 Grad), Bildschirmoberkante auf Augenhöhe
  • Rückenlehne reicht mindestens bis zur Mitte der Schulterblätter
  • Rückenlehnenwölbung stützt unteren Rücken
  • Öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.

Was sind die Auswirkungen durch Homeoffice bzw. Mobilem Arbeiten?

Was macht Homeoffice bzw. Mobiles Arbeiten mit meiner Psyche?

In der Coronakrise leben viele in Isolation, und haben kaum soziale Kontakte, was für die meisten von uns ein Grundbedürfnis bedeutet. Keine oder wenig persönliche Kommunikation mehr zu den eigenen Kollegen geschweige denn zu Freunden und zur Familie pflegen zu können, ist für die meisten von uns ein harter Schlag. Videokonferenzen oder Telefonate gleichen den fehlenden persönlichen Kontakt wenigstens etwas aus.

Im Homeoffice ist aber auch die Entwicklung jetzt zu beobachten, dass durch die Digitalisierung und der damit verbundenen Nutzung von Smartphones die Erreichbarkeit stark zugenommen hat. Mitarbeitende kümmern sich oftmals auch außerhalb der Arbeitszeit um berufliche Aufgaben. Die Gefahr für die Beschäftigten ist, dass die Grenzen zwischen Beruf- und Privatleben zu stark verschmelzen. Es kann für einige zudem sehr schwierig sein, von der Arbeit abzuschalten, mit der Folge, verstärkt gestresst und übermüdet zu sein.

Die negativen Konsequenzen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Folgen durch insbesondere unregulierte Arbeitszeiten, höhere Erreichbarkeit, besonders bei Beschäftigten mit vielen Dienstreisen, beispielsweise Servicetechniker, Qualitätsmanager, Verkäufer oder Unternehmensberater: Unruhe, Ermüdungserscheinungen, Stress, schlechterer Schlaf, körperliche Beschwerden, wie Magen-Darm-Beschwerden, Ohren- oder Rückenschmerzen oder auch Infektionen, bis hin zu Stimmungsschwankungen und reduzierter Konzentrationsfähigkeit. Verkürzte Ruhezeiten können zudem auch das Unfallrisiko, eine geringere Produktivität und eine größere Fehlerquote erhöhen. Mehrere Arbeitszeitblöcke am Tag können einen Einschnitt ins Privatleben bedeuten, wenn beispielsweise eigentlich geplante Abendtermine wegen der Arbeit nicht mehr eingehalten werden können.

Bei ortsflexiblem Arbeiten stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gerade bei wöchentlichen Fernpendlern zudem häufiger auftretende psychosomatische Beschwerden, krankheitsbedingte Fehltage und ein höheres Unfallrisiko fest als bei Nichtpendlern. Es können sich zudem höhere psychosoziale Belastungen für die gesamte Familie ergeben. Als positiv können wöchentliche Pendler aber auch den Zugewinn an persönlichen Freiräumen, den bewussteren Umgang mit gemeinsamer Zeit und weniger Streitigkeiten erachten.

All diese Aspekte sind aber stark abhängig von den individuellen Haltungen der Beschäftigten. Und: Nur zum Teil kann der Arbeitgeber belastende Faktoren minimieren. Ein enges Hand in Hand von Arbeitgeber und Beschäftigten macht zeit- und ortsflexibles Arbeiten zur Chance.


Mobiles Arbeiten kann sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken

Freiwilligkeit oder gesetzliche Pflicht? Ständige Erreichbarkeit oder einfach mal abschalten? Auf gut Glück oder Regelung? Dr. Elisa Clauß, Referentin für Arbeitswissenschaft bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, bezieht Stellung zum mobilen Arbeiten.

B·A·D unterstützt Sie in diesem Kontext zum Thema "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung".

Zur Gefährdungsbeurteilung

Tipps: Wie arbeite ich produktiv und kommunikativ im Homeoffice?

Arbeiten von zu Hause aus – das bedeutet in vielen Fällen auch: allein mit sich sein, sich selbst organisieren und keinerlei Kontrolle. Wie gut das gelingt, ist eine Typfrage.

Wichtig für Eltern ist überdies, die Arbeit im Homeoffice so zu organisieren, dass Arbeits- und Betreuungszeiten sowie die eigene Freizeit möglichst nicht kollidieren. Das verringere die Unfallgefahr, die nicht selten durch Stress verursacht werde, zusätzlich, heißt es von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Störungen und Unterbrechungen während der Arbeit möglichst zu vermeiden. Falls dies nicht möglich sei, sollten sich Beschäftigte zumindest drei Zeitfenster am Tag blocken, in denen Störungen und Unterbrechungen bewusst verhindert werden.“ Dafür sei es gut, mit allen Familienmitgliedern feste Arbeitszeiten fürs Homeoffice zu besprechen und durchaus auch geduldig verschiedene Modelle zu testen.

Wenn man sich schon in Zeiten von COVID 19 nicht persönlich in einem Raum sehen kann, dann ist der virtuelle visuelle Kontakt umso wichtiger, um mit den Kollegen weiterhin gut zusammen arbeiten zu können. Dies gilt natürlich insbesondere dann, wenn komplexe oder kritische Sachverhalte besprochen werden sollen. Onlinebasierte Videokonferenzen sind heute auf fast jedem Endgerät möglich; Dienste wie Cisco WebEx sind kurzfristig buchbar und in der Regel kann jeder Videobesprechungen, bei denen man sich nicht nur sieht, sondern auch den eigenen Bildschirm für andere freigeben kann, initiieren. Auch so können wiederum Aufgaben gut gemeinsam gelöst werden.

Alternativ kommen Telefonkonferenzen infrage, bei denen man sich per Code in einen virtuellen Raum einwählt. Laut der Bitkom ersetzen bei 45 Prozent der Berufstätigen Telefon- und Webkonferenzen die bisherigen Treffen mit persönlicher Anwesenheit.

Medien verändern Kommunikation

Darüber hinaus sind das problemlose Verwalten großer Datenmengen sowie der gemeinsame Austausch mit Hilfe unterschiedlicher Social Media Angebote die Basis virtueller und standortübergreifendender Arbeitsweisen. Die technischen Entwicklungen sind auf einem guten Weg und ermöglichen eine zunehmend smarte und intuitive Bedienbarkeit. Der Erfolg virtueller Teams hängt allerdings B·A·D-Experten zufolge nur zu etwa 10% von diesen Technologien ab, aber zu 90% von menschlichen und organisationalen Faktoren.

Nach der Krise geht es darum, das etablierte System mit womöglich neuen Kommunikationsmitteln zu stabilisieren.

Transparenz über Aufgaben in der Gruppe

Werkzeuge wie Trello ermöglichen Arbeitsgruppen im Internet, ihre verschiedenen Aufgaben recht einfach strukturiert zu organisieren: In den Tools werden Aufgaben stichwortartig beschrieben, Zuständigkeiten zugewiesen und der aktuelle Status verfolgt (offen, in Arbeit, erledigt).

Neben der sehr hohen Transparenz können Fortschritte bei den Aufgaben oder Projekten sehr pragmatisch in Telefon- oder Videokonferenzen besprochen werden.

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