Schall- und Vibrationsbewertung

Körper und Geist betroffen

Lärm kann krank machen, genauso aber können auch die von einem Arbeitsgerät ausgehenden Vibrationen die Gesundheit von Beschäftigten beeinträchtigen. Ganz direkt oder aber indirekt, indem sie bei den Betroffenen eine mangelnde Konzentration und hohe Risikobereitschaft zur Folge haben. Beides erhöht die Unfallgefahr und führt zu Störungen des Betriebsablaufs.

Das sagt der Gesetzgeber

Mit der Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung - LärmVibrationsArbSchV) und dem zugehörigen technischen Regelwerk (TRLV Lärm und TRLV Vibration) sind die Grundlagen zu Beurteilung und Ableitung von Maßnahmen gegeben. Die darin genannten Grenzwerte sind primär auf den Schutz vor direkten Gesundheitsschäden durch zu hohe Schallpegel oder Vibrationswerte ausgerichtet. In der Arbeitsmedizin ist hier, abhängig von der Belastungshöhe, die Vorsorge nach dem Grundsatz G20 (Lärm) und G46 (Muskel-Skelettsystem) vorgesehen.


Bereiche wie etwa Büros, die durch Geräuschpegel unterhalb der für das Gehör schädigenden Schwelle liegen, können anhand von Empfehlungen durch berufsgenossenschaftliche Informationen, zum Beispiel "Akustik im Büro" und "Bildschirm und Büroarbeitsplätze", beurteilt werden.

Belastungen begrenzen

Primär ist zu klären, ob der Schutz auf direkte Einwirkungen durch zu hohe Schallpegel oder Vibrationsexpositionswerte ausgerichtet werden muss oder ob kognitive Anforderungen ein höheres Schutzniveau erfordern. Durch Auswertung vorhandener Daten sowie Messung und Bewertung ist die Ist-Situation zu ermitteln und mit den Soll-Werten abzugleichen. Obwohl im Bereich des Lärmschutzes rasch zu der oft preiswerten Lösung des Gehörschutzes tendiert wird, gilt auch hier, primär mit Lösungen an der Quelle anzusetzen und durch technische Maßnahmen "das Übel an der Wurzel zu packen". Bei Neu- oder Ersatzbeschaffung von Anlagen und Geräten muss der Aspekt geringer Lärm- und Vibrationsbelastung in die Investitionsentscheidung einfließen. Wo beides arbeitstechnisch kaum vermeidbar ist, kann durch überlegte organisatorische Maßnahmen die arbeitstägliche Belastung für einzelne Mitarbeiter auf ein erträgliches Niveau begrenzt werden.

Das können wir für Sie tun

Unsere Experten unterstützen Sie bei der Analyse Ihrer zu betrachtenden Bereiche, helfen das relevante Anforderungsniveau festzulegen und die geeignete Strategie zur Ermittlung und Bewertung der Belastungsdaten zu finden. Bereits bei Ihnen vorhandene Daten können durch Messung von Schallpegeln gemäß DIN EN ISO 9612 oder Auswertung von Datenbanken zur Vibrationsbewertung ergänzt werden. Auf Basis der Betriebsbedingungen erstellen fachkundige Mitarbeiter* der B·A·D-Gruppe eine Beurteilung und schlagen entsprechende Maßnahmen vor.


*gemäß §5 LärmVibrationsArbSchV

Case Study

"Ein Müller muss seine Mühle hören!" – mit diesem Statement starteten wir in die anspruchsvolle Aufgabe, die Lärmsituation in einer Großmühle zu beurteilen und eine akzeptable Maßnahme zum Schutz der Mitarbeiter zu finden.

 

In Großmühlen hat der Beruf des Müllers wenig mit dem klassischen Bild zu tun; unter "Müller" ist vielmehr der Bediener einer komplexen Industrieanlage zu verstehen. Aufgrund von Hygieneanforderungen sind die Räume meist gefliest, haben Betonwände und Decken schallharte Oberflächen. In diesem Umfeld erzeugen unzählige Antriebe eine sehr eigene Geräuschkulisse. Das Ohr des Müllers muss hier, wie das eines Dirigenten, Fehltöne erkennen und abnormale Betriebszustände schon in einem frühen Stadium herausfiltern können. Aus diesem Grund waren die Mitarbeiter nicht bereit, einen Gehörschutz zu akzeptieren, der die Wahrnehmung von Geräuschen verzerrt.

 

Bei einer vor Ort erfolgten Messung wurden Schallpegel zwischen 78 und 92dB(A) festgestellt, wobei bei einem durch¬schnittlichen Arbeitstag ein gemittelter Schallpegel von 87dB(A) über die komplette Arbeits¬schicht einwirkt. Maßnahmen waren damit zwingend notwendig. Zusammen mit den Mitarbeitern wurde ein spezieller Gehörschutz für Musiker getestet und nach erfolgreicher Erprobung durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Mit diesen an das individuelle Gehör angepassten Otoplastiken kann (bei hohem Tragekomfort) das Gehör geschützt, Geräusche aber immer noch unverzerrt wahrgenommen werden.

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