Gesundheit

Stressprävention wird vernachlässigt

Psyche

Mittelständische Unternehmen in Deutschland ignorieren mehrheitlich gesetzliche Vorschriften zur Stressprävention. Nur rund vier von zehn Firmen führen die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durch. Dies ist das Ergebnis des DEKRA-Arbeitssicherheitsreports.

Die Gefährdungsbeurteilung ist im deutschen Arbeitsschutzrecht das zentrale Element. Seit 2013 schreibt das Arbeitsschutzgesetz vor, dass Arbeitgeber auch die psychischen Gefährdungen der Beschäftigten am Arbeitsplatz systematisch beurteilen müssen. Falls erforderlich, muss der Arbeitgeber Maßnahmen gegen krankmachenden Stress am Arbeitsplatz einleiten. Private und berufliche psychische Belastungen tragen maßgeblich zu Burnout oder Muskel- und Skeletterkrankungen und somit zu Fehlzeiten und Qualitätsmängeln bei.

Die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Belastungen nehmen bundesweit zu: Laut dem AOK-Fehlzeitenreport 2018 ist die Häufigkeit von Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2007 und 2017 um 67,5 Prozent angestiegen. Außerdem führen diese Erkrankungen zu besonders langen Ausfallzeiten. Mit durchschnittlich 26 Krankheitstagen je Attest dauerten sie 2017 mehr als doppelt so lange wie eine durchschnittliche Krankschreibung.

Für die Untersuchung wurden 300 zufällig ausgewählte Entscheider im Personalbereich oder Arbeitsschutz in kleinen oder mittleren Unternehmen befragt.

Quelle: www.dekra.de