Experten und Personalverantwortliche tagen auf der Insel Mainau
Auf Einladung des B·A·D-Zentrums Villingen-Schwenningen informieren drei Experten am 11. Juni auf der Insel Mainau zum Thema „Psychische Belastungen“. Für Führungskräfte, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertreter stellen solche Belastungen eine große Herausforderung dar, da sie nur selten wissen, wie sie betroffene Mitarbeiter am besten unterstützen können. Unwissenheit, Tabuisierung und Stigmatisierung tragen dazu bei, dass betroffene Beschäftigte mit ihrem Problem allein gelassen werden, bis dauerhafter Stress zu Langzeit-Arbeitsunfähigkeit oder gar in die Frühberentung führt. Von Experten wird es daher als eine der dringendsten Aufgaben angesehen, Führungskräfte für die Problematik zu sensibilisieren und auch mit relevanten Informationen über Ursachen und Erscheinungsformen zu versorgen, damit sie den Betroffenen nicht hilflos gegenüberstehen. Die Tagung möchte mehr Verständnis für die Problematik wecken, einen Impuls zu erhöhter Sensibilisierung geben und die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch anregen.
In den europäischen Mitgliedsstaaten erkrankt bereits fast jeder Zweite während seines Lebens an einer psychischen Störung. Dabei entsteht, nebem dem oft großen persönlichen Leid, auch ein beachtlich hoher volkswirtschaftlicher Schaden, der im Jahre 2008 laut BKK bei 6,3 Mrd. Euro lag. „Bei frühzeitiger Erkennung von Auffälligkeiten kann man eine ernsthafte Erkrankung oft abwehren“, sagt Jutta Pestel-Fuss, die bei der B·A·D-Gruppe in Bonn den Bereich Personal- und Organisationsberatung leitet und die Tagung auf der Insel Mainau moderiert. „Bei einer Depression ist der Betroffene im Durchschnitt um die 50 Tage krankgeschrieben. Schon eine rein ökonomische Betrachtung der Problematik bietet daher Grund genug für Abhilfe zu sorgen,“ so die Beraterin.
Einig sind sich die Experten in dem Punkt, dass Arbeit als solche keineswegs krank mache. Vielmehr seien es die unzulänglichen Rahmenbedingungen, in denen sich permanente Umstrukturierungen und steigende Leistungsanforderungen abspielen. „Das unternehmerische Umfeld muss die Menschen unterstützen, statt zusätzlich Druck und womöglich auch Angst aufzubauen,“ sagt Jutta Pestel-Fuss. „Die lobenden Worte einer Führungskraft können sehr viel bewirken, wenn ein Mitarbeiter besonders gute oder erhöhte Leistungen erbringt. Andernfalls fehlt es irgendwann an Sinnhaftigkeit.“
Eine wesentliche Herausforderung sieht Psychologin Astrid Jansen, die einen Vortrag zu dem Thema „Resilienz: Von den Steh-auf-Menschen lernen“ hält, in der Stärkung der Widerstandskraft von Beschäftigten. „Im Grunde geht es darum, dass sich Menschen immer wieder selbst den Rücken stärken,“ erklärt die Beraterin der B·A·D GmbH. „Das kann man erlernen. Die meisten haben nämlich viel mehr Fähigkeiten, als ihnen bewusst ist. Das sollten sie sich bei Umstrukturierungen, veränderten Prozessabläufen, neuen Aufgabenfeldern, erhöhten Leistungsanforderungen, und auch bei einem Chefwechsel immer vor Augen halten. Wer eine starke Resilienz hat, steht selbst nach einer Niederlage schnell wieder auf.“
Die B·A·D Gruppe betreut mit mehr als 2.500 Experten in Deutschland und Europa 200.000 Betriebe mit 4 Millionen Beschäftigten in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. 2010 betrug der Umsatz 164,5 Millionen Euro. Damit gehört die B·A·D GmbH mit ihren europäischen TeamPrevent Tochtergesellschaften zu den größten europäischen Anbietern von Präventionsdienstleistungen (Arbeitsschutz, Gesundheit, Sicherheit, Personal). Die Leistungstiefe reicht von Einzelprojekten bis hin zu komplexen Outsourcing-Maßnahmen. Ergänzt wird das Portfolio der Gruppe durch vielfältige Angebote in den Bereichen Consulting, Weiterbildung und Zertifizierung. Seit 2006 gehört die B·A·D GmbH zu den 100 besten TOPJOB Unternehmen im deutschen Mittelstand.