Deutschland 
 
 
 
26. Oktober 2004

 

So kommen Sie nicht ins Schleudern

Gibt es eine Winterreifenpflicht für Außendienstfahrzeuge?

Morgendliches Winterschmuddelwetter um den Gefrierpunkt, Schneematsch auf den Straßen. Paula P. verlässt sich auf den Winterdienst und macht sich mit dem PKW auf den Weg zu ihren Kunden. Im Herbst hatte Ihr Chef auf Winterreifen verzichtet. Dauerfrost, sagt er, ist in Deutschland selten geworden und geschneit hat es ewig nicht mehr richtig.

Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Weniger als 50 % der Autofahrer rüsten ihre Autos im Herbst auf Winterreifen um. Eine unter Umständen riskante und kostspielige Entscheidung. Denn die Gummimischung in Sommerreifen verhärtet bei niedrigen Temperaturen. Der Reifen verliert schon bei unter 7° C deutlich an Haftung, spürbare Auswirkungen auf die Fahrsicherheit sind die Folge. Kommen Nässe, Schnee oder Eis hinzu verstärkt sich der Effekt.

Das Unfallrisiko steigt im Winter, mit - und noch viel mehr ohne Winterreifen. Zwar sind in Deutschland Winterreifen nicht generell vorgeschrieben, doch wer mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen in einen Unfall verwickelt wird, geht ein Haftungsrisiko ein. Im Falle eines Unfalles kann vor Gericht eine nicht saisongerechte Bereifung als Grund für eine Mitverantwortung herangezogen werden.
Für viele Arbeitgeber stellt sich darüber hinaus die Frage nach der Haftung bei Firmenfahrzeugen. Wer ist verantwortlich, wenn es im Winter mit einem sommerbereiften Firmenfahrzeug kracht?

Bei einem Firmenfahrzeug, das für dienstliche Fahrten genutzt wird, handelt es sich nach Auffassung der Experten der BûAûD GmbH um ein Arbeitsmittel. Die Forderungen der noch recht neuen Betriebssicherheitsverordnung hinsichtlich des Einsatzes von Arbeitsmitteln sind klar formuliert: Der Arbeitgeber darf nur Arbeitsmittel zur Verfügung stellen, die für ihren Zweck geeignet sind. Es dürfen also für Dienstfahrten mit Firmenwagen nur sichere, geeignete Reifen zum Einsatz kommen.

Damit stehen Arbeitgeber nun vor der Frage: Welcher Reifen ist sicher? Um die Antwort zu finden, empfiehlt es sich, zu überlegen, unter welchen Umständen, in welchen Regionen und unter welchen Witterungsbedingungen das Fahrzeug üblicherweise zum Einsatz kommt. Wie sieht die Nutzung des Fahrzeuges aus? Erst nach diesen Überlegungen ist eine nachvollziehbare Entscheidung für den Einzelfall möglich. Für die meisten Regionen Deutschlands ist aus Sicht der BûAûD-Experten absehbar, dass dienstliche Fahrtätigkeiten nur mit einem wintertauglichen Fahrzeug sicher möglich sind. Das heißt, dass in der Mehrzahl der Fälle die Umrüstung auf Winterreifen erforderlich wird, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Fazit: Ob Arbeitgeber oder nicht – wer Ärger und Stress vermeiden will, sollte sein Fahrzeug im Herbst winterfit machen. Schließlich kommt schon ein harmloser Blechschaden teurer zu stehen als die Umrüstung auf Winterreifen.

 

 

Über die B·A·D Gruppe

Die B·A·D Gruppe betreut mit mehr als 2.500 Experten in Deutschland und Europa 200.000 Betriebe mit 4 Millionen Beschäftigten in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. 2010 betrug der Umsatz 164,5 Millionen Euro. Damit gehört die B·A·D GmbH mit ihren europäischen TeamPrevent Tochtergesellschaften zu den größten europäischen Anbietern von Präventionsdienstleistungen (Arbeitsschutz, Gesundheit, Sicherheit, Personal). Die Leistungstiefe reicht von Einzelprojekten bis hin zu komplexen Outsourcing-Maßnahmen. Ergänzt wird das Portfolio der Gruppe durch vielfältige Angebote in den Bereichen Consulting, Weiterbildung und Zertifizierung. Seit 2006 gehört die B·A·D GmbH zu den 100 besten TOPJOB Unternehmen im deutschen Mittelstand.

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