Fünf-Stufen-Plan regelt Hilfe für alkoholabhängige Mitarbeiter
Für Matthias W. begann der Anfang vom Ende kurz vor seinem 49. Geburtstag: Die Abmahnungen seines Arbeitsgebers ignorierend hatte er sich einer Entziehungskur für Alkoholiker verweigert und sich der Illusion hingegeben, seine Sucht selber in den Griff zu bekommen. Es gelang ihm nicht. Den Vorgesetzten blieben weder die zitternden Hände noch der Wodka verborgen, mit denen Matthias W. seine Nerven zu beruhigen und seine Arbeitsleistung zu steigern suchte. Heute ist er Frühpensionär, ohne Aussicht auf eine erneute Beschäftigung... Matthias W. ist einer von deutschlandweit insgesamt rund 1,6 Millionen abhängigen Alkoholikern, denen die Sucht zumeist ihre familiären Bindungen wie auch ihre beruflichen Perspektiven zerstört. Die Flucht in den Alkohol als vermeintlichem Problemlöser hat immense volkswirtschaftliche Auswirkungen, Arbeitsmediziner beziffern den Schaden auf jährlich rund 40 Milliarden Euro. Und die Experten der B·A·D GmbH, einem der führenden Anbieter im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, wissen auch um das 16 Mal häufigere Fehlen alkoholabhängiger Mitarbeiter, die zudem 3,5 Mal öfter in Arbeitsunfälle verwickelt sind als ihre gesunden Kollegen. Alkoholsüchtige sind außerdem mehr als doppelt so häufig krank und sie erbringen aufgrund ihrer Erkrankung nur 75 Prozent der geforderten Arbeitsleistung.
Mit einem ausgeklügelten Fünf-Stufen-Plan – die einzelnen Schritte und Konsequenzen sind in der Betriebsvereinbarung „Suchtprävention“ genau festgelegt – gibt die B·A·D Hilfestellung im Umgang mit verhaltensauffälligen Mitarbeitern, die zunächst alles tun werden, um ihre Alkoholabhängigkeit zu leugnen und zu vertuschen.
Ob Sekt zum Jahreswechsel, Rotwein als Bestandteil eines guten Essens und als abendlicher Schlummertrunk zum Entspannen oder Bier und Schnaps, die jetzt an den bevorstehenden Faschingstagen wieder reichlich fließen werden – einen Grund, Alkohol zu trinken, gibt es anscheinend immer. Doch wenn auffällt, dass der Kollege immer öfter nach Alkohol riecht oder auch am Arbeitsplatz zur Flasche greift, ist das ganze Team gefordert. Dem so genannten Co-Alkoholismus darf kein Vorschub geleistet werden, warnen die Mediziner der B·A·D: Nicht wegsehen und den Kollegen decken, sondern das offene Gespräch und das Angebot, den Kollegen beim Gang zu den qualifizierten Helfern zu begleiten, sind der richtige Weg, der eingeschlagen werden muss. Die Experten raten ferner von „Hexenjagden“ ab, wollen vielmehr die Früherkennung als Chance zum Neubeginn genutzt sehen. „Arbeit stabilisiert“, wissen die Mediziner und verweisen auf geringere Rückfallquoten bei den nach einer Therapie trockenen alkoholkranken Berufstätigen als bei Arbeitslosen.
Die B·A·D Gruppe betreut mit mehr als 2.500 Experten in Deutschland und Europa 200.000 Betriebe mit 4 Millionen Beschäftigten in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. 2010 betrug der Umsatz 164,5 Millionen Euro. Damit gehört die B·A·D GmbH mit ihren europäischen TeamPrevent Tochtergesellschaften zu den größten europäischen Anbietern von Präventionsdienstleistungen (Arbeitsschutz, Gesundheit, Sicherheit, Personal). Die Leistungstiefe reicht von Einzelprojekten bis hin zu komplexen Outsourcing-Maßnahmen. Ergänzt wird das Portfolio der Gruppe durch vielfältige Angebote in den Bereichen Consulting, Weiterbildung und Zertifizierung. Seit 2006 gehört die B·A·D GmbH zu den 100 besten TOPJOB Unternehmen im deutschen Mittelstand.