Deutschland 
 
 
 
21. Juli 2011

 

Auf dem Weg zu einer "alternsgerechten Arbeitswelt"

Demografischer Wandel und Arbeitsgestaltung

Geburtenrückgang, längere Lebenserwartung, sinkende Bevölkerungszahlen - der demografische Wandel in Deutschland ist in aller Munde. Diese Entwicklung wirkt sich natürlich auch erheblich auf die Arbeitswelt aus. Laut Statistischem Bundesamt kamen im Jahr 2009 auf 100 Personen im Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre) 34 Personen im Rentenalter (ab 65 Jahre); 2030 dürften es mehr als 50 sein. 1970 lag dieser so genannte Altenquotient noch bei 25.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) befasste sich nun in einem Schwerpunktthema mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitsgestaltung und den Arbeitsschutz. „Wollen wir mittelfristig über Fachkräfte in ausreichender Zahl und Qualität verfügen, können wir es uns nicht mehr leisten, ältere Beschäftigte nur eingeschränkt einzusetzen“, so Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA.

Laut Erfahrungen der BAuA sind negative Entwicklungen der Leistungsfähigkeit bei Älteren auf einem nicht unerheblichen Teil auf die Arbeitsbedingungen zurückzuführen, denen Beschäftigte im Laufe ihres Erwerbslebens ausgesetzt ist. Im Umkehrschluss heißt das: Ein Arbeitsumfeld, das für alle Altersgruppen nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet wird, ist präventiver Bestandteil des Erhalts von Arbeitsfähigkeit (Leistungsfähigkeit und –bereitschaft).

So erhalten z.B. systematische Belastungswechsel und Lernanreize die physische und psychische Leistungsfähigkeit. "Im Handlungsfeld des Arbeitsschutzes beziehungsweise der Arbeitsgestaltung kann viel bewegt werden. Das beginnt bei der schädigungsfreien Gestaltung der Arbeit, beispielsweise durch die Vermeidung von Gefahrstoffen oder die konsequente Umsetzung passender Schutzmaßnahmen", weiß Rothe.

Eine "alternsgerechte Arbeitsgestaltung“ umfasst damit sowohl die ergonomische Gestaltung der Arbeitsmittel und –plätze, die Arbeitsorganisation, Qualifizierung und Weiterbildung, als auch personalpolitische Maßnahmen und die Stärkung der individuellen Ressourcen im Rahmen betrieblicher Gesundheitsfördermaßnahmen.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin