Deutschland 
 
 
 
18. Mai 2010

 

Überstunden erfreuen nicht das Herz

Langzeitstudie zeigt Zunahme von Herzerkrankungen durch Überstunden

Überstunden können nicht nur anstrengend und lästig sein, sondern machen auch tatsächlich schneller herzkrank. Dies zeigt eine Langzeitstudie mit rund 6000 Menschen. Drei bis vier Überstunden am Tag erhöhen das Risiko, an einem Herzkranzgefäßleiden (Herzinfarkt oder Angina pectoris) zu erkranken, um 60 Prozent.

 

Die Daten wurden im Rahmen einer Studie namens Whitehall II (Kivimäki, M. & Virtanen, M. (2010), European Heart Journal) gewonnen. Untersucht wurde die Gesundheit von Angestellten der britischen Behörden.

 

Als mögliche Gründe für die Ergebnisse benennen die Wissenschaftler die folgenden: Überstunden seien typisch für einen bestimmten Menschentyp, der sich durch besonderen Ehrgeiz, Anspannung, Ungeduld und Reizbarkeit auszeichne. Wer viel Zeit im Büro verbringe, der neige auch zu Depressionen, Ängsten und Schlafstörungen - Faktoren, die Herzkrankheiten begünstigen können. Neigt ein Mensch zu Überstunden, lässt er sich auch durch Krankheit oft nicht von der Arbeit abhalten. Der Zusammenhang zwischen Überstunden und Herzproblemen wurde dabei unabhängig von anderen typischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder erhöhten Blutfettwerten hergestellt. Menschen, die hingegen einen großen Entscheidungsspielraum im Job haben, hatten übrigens trotz Überstunden kein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Für einen Beleg des direkten Zusammenhangs zwischen Überstunden und Herzleiden sei jedoch noch weitere Forschung nötig, so die Wissenschaftler.

 

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier

 

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