Deutschland 
 
 
 
21. Februar 2011

 

DAK-Gesundheitsreport 2011

Alarmierend: Immer mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

Auf den ersten Blick zeigt der neueste DAK-Gesundheitsreport erfreuliche Entwicklungen: Der Krankenstand lag 2010 bei 3,4 % und blieb damit im Wirtschaftsaufschwung genauso niedrig wie im Rezessionsjahr 2009. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten war 2010 gar nicht krank geschrieben

 

Alarmierend ist jedoch der Trend bei den psychischen Erkrankungen: Die Fehlzeiten aufgrund von Krankheiten wie Depression, Burnout, Belastungs- oder Anpassungsstörungen nahmen innerhalb eines Jahres um 13,5 % zu. 2010 waren über12 % des Krankenstandes auf psychische Leiden zurückzuführen - fast doppelt so viel wie vor zwölf Jahren. Die kranke Seele steht damit an vierter Stelle der Gründe für eine Krankschreibung.

 

Die Zunahme psychischer Erkrankungen betrifft schon junge Arbeitnehmer, die im aktuellen DAK-Gesundheitsreport besonders unter die Lupe genommen wurden. Bei den 15- bis 29-Jährigen leidet jeder Zehnte unter somatoformen Störungen. Fast 7 % haben Depressionen, knapp 6 % Anpassungsstörungen.

 

Inwieweit die Arbeit zur Erkrankung der Psyche beiträgt, lässt sich nicht feststellen. Allerdings belastete 20 % der jungen Arbeitnehmer ihre Arbeitssituation sehr. 50 % fühlen sich etwas gestresst.

 

Besonders interessant sind die Stressfaktoren. Fast 60 % der 18- bis 29-Jährigen fühlen sich unterfordert. Dem stehen etwa 26 % gegenüber, die unter zu hohem Arbeits- und Zeitdruck und knapp 17 % die unter Konkurrenzdruck leiden. Nur etwa 6 % fühlen sich fachlich überfordert.

 

Die gute Nachricht: Die Untersuchung zeigt einmal mehr, dass Unternehmen zur Gesundheit ihrer Mitarbeiter beitragen können. Junge Erwerbstätige fühlen sich am wenigsten gestresst, wenn sie sich mit ihrer Tätigkeit und dem Unternehmen identifizieren können. Zudem sind sie offen für Gesundheitsberatung. Fast 78 % finden Informationen und Beratung zur Gesundheit am Arbeitsplatz sehr wichtig oder eher wichtig.

 

Unternehmen, die heute auf Betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und dabei das seelische Wohlbefinden berücksichtigen, können damit bei den - oft händeringend gesuchten - Nachwuchskräften punkten.


Für den Gesundheitsreport wurden die Krankschreibungen von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet. Zusätzlich führte die Krankenkasse eine repräsentative Befragung von rund 3000 jungen Beschäftigten bis zum Alter von 29 Jahren durch.


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