Chronischer Schlafmangel erhöht Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall
Das Schlafbedürfnis ist individuell und verändert sich im Laufe des Lebens. Allerdings weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass zu wenig Schlaf Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Immunsystem negativ beeinflusst und zu Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht führen kann. Dabei gehen die Wissenschaftler von einer normalen Schlafdauer von sieben bis acht Stunden aus.
Forscher um Francesco Cappuccio von der britischen University of Warwick haben nun Studien mit fast 475.000 Teilnehmern aus acht Ländern im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgewertet.
Das Ergebnis: Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, erhöht sein Risiko eine chronische Herzerkrankung zu entwickeln, um 48 %. Das Risiko für einen - eventuell tödlichen - Schlaganfall steigt bei chronischem Schlafmangel um 15 %.
Zwar haben Menschen, die mehr als acht Stunden schlafen, ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Das erhöhte Schlafbedürfnis könnte jedoch auch ein Indikator für bestehende Erkrankungen oder krankheitsfördernde Lebensumstände sein.
Cappuccio sieht die seit Jahrzehnten sinkende Schlafdauer in den Industrienationen als tickende Zeitbombe für die Gesundheit. Immer längere Arbeitszeiten, rund um die Uhr geöffnete Supermärkte und Fitness-Studios, das Internet und der Versuch eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit herzustellen, zögern das Ende des Tages immer weiter hinaus. Viele Menschen schaffen es einfach nicht die alltäglichen Aufgaben zu erledigen oder haben Angst etwas zu verpassen. Ein Trugschluss, weist die Studie von Cappuccio doch darauf hin, dass der, der mehr schläft, auch mehr (vom) Leben hat.
Quelle:
Cappuccio et al. Sleep Duration Predicts Cardiovascular Outcomes: A Systematic Review and Meta-Analysis of Prospective Studies. Eur Heart J (Feb 2011).