Deutschland 
 
 
 
06. Juli 2010

 

Unfallrisiko bei der Arbeit sinkt auf neuen Tiefstand

Mehr Tote als Folge von Berufskrankheiten

Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist 2009 auf einen neuen Tiefstand gefallen. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gestern in Berlin vorgelegt hat. Danach hat sich das Risiko von 26,8 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter auf 24,3 Unfälle verringert. Deutlich zugenommen hat aufgrund rechtlicher Änderungen die Zahl der Berufskrankheiten. Steigende Aufwendungen und sinkende Lohnsummen führten zudem dazu, dass der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften 2009 leicht anstieg, nachdem er in den beiden Vorjahren zurückgegangen war.

"In der 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Unfallrisiko war das Unfallrisiko am Arbeitsplatz noch nie so niedrig", sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. "Die Befürchtung, dass die Arbeitgeber in der Krise am Arbeitsschutz sparen, hat sich damit nicht bewahrheitet." Der Tiefstand reihe sich in den langjährigen Trend rückläufiger Unfallzahlen ein. Seit den 1960er Jahren sei die Quote meldepflichtiger Arbeitsunfälle in Deutschland um fast 80 Prozent zurückgegangen.

 

Die absolute Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle lag 2009 bei 886.122 und damit um 8,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg leicht um 1,1 Prozent auf 178.590. Die Zahl der neuen Renten aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls belief sich auf 22.534. Die Unfallversicherung verzeichnete 456 tödliche Arbeitsunfälle und 362 tödliche Wegeunfälle.


Zahl der Toten infolge einer Berufskrankheit erreicht neuen Höchststand
Deutliche Zunahmen gab es im Berufskrankheiten-Geschehen (BK). Die Zahl der Verdachtsanzeigen stieg um über 10 Prozent auf 66.951. Bei 25.570 Versicherten bestätigte sich der BK-Verdacht. Davon wurde in 16.078 Fällen die Berufskrankheit anerkannt - ein Plus von 23,9 Prozent. 6.643 Versicherte erhielten 2009 erstmals eine BK-Rente. "Diese Zunahme erklärt sich vor allem durch rechtliche und gesetzliche Änderungen", so Breuer. "Diese haben es uns ermöglicht, mehrere hundert Fälle von Emphysem-Bronchitis bei Bergleuten anzuerkennen, die wir zuvor nicht entschädigen durften."

Die Zahl der Menschen, die infolge einer Berufskrankheit ihr Leben verloren, stieg auf 2.767 und erreichte damit einen neuen Höchststand. In der Mehrzahl der Fälle waren anorganische Stäube, vor allem Asbest, die Ursache.

 

Die vollständige Pressemitteilung der DGUV lesen Sie hier