Deutschland 
 
 
 
05. August 2011

 

DGUV meldet mehr Arbeitsunfälle

Höhere Ausgaben für Heilbehandlungen und Rehabilitation

Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) jetzt mitteilte, gab es 2010 mehr Arbeitsunfälle als im Vorjahr. Das Risiko hat sich von 24,3 Unfällen je 1.000 Vollarbeiter auf 25,8 Unfälle erhöht. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor.

 

In den Zahlen spiegelt sich auch der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland wider. In absoluten Zahlen bedeutet das: Die gesetzlichen Unfallversicherung bot 2010 75,5 Millionen Menschen Versicherungsschutz - darunter Schüler, ehrenamtlich Tätige und Arbeitnehmer. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Parallel hat sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöht: um 3,2 Prozent auf 59,106 Milliarden Stunden. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2010 um 7,7 Prozent auf 954.459 gestiegen. 519 Arbeitsunfälle endeten tödlich, das sind 63 mehr als im Vorjahr.

 

Neben einem erhöhten Arbeitstempo durch die verbesserte Wirtschaftslage macht die DGUV auch den harten Winter und die damit einhergehende Rutsch- und Sturzgefahr für die erhöhten Unfallzahlen verantwortlich. Die Zahl der Wegeunfälle von und zur Arbeit stieg 2010 um 25,4 Prozent auf 223.973. 367 Wegeunfälle endeten tödlich, das sind fünf Fälle mehr als 2009.

 

Die Zahl der bestätigten Berufskrankheiten ist signifikant gestiegen - und zwar um 22,1 Prozent. Der Grund dafür liege in einer veränderten Verwaltungspraxis. Die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten ging 2010 auf 15.461 leicht zurück (um 3,8 Prozent). 2.486 Menschen verloren infolge einer Berufskrankheit ihr Leben. Das sind 10,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der größte Teil der gemeldeten Todesfälle (2.092) wurde durch anorganische Stäube, insbesondere Asbest verursacht.

 

Die gesetzliche Unfallversicherung hat 2010 3,676 Milliarden Euro für die Heilbehandlung und Rehabilitation ihrer Versicherten ausgegeben. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aufwendungen für finanzielle Entschädigungen stiegen um ein Prozent auf 5,628 Milliarden Euro. Für Prävention wendete die gesetzliche Unfallversicherung rund 911 Mio. Euro auf.

 

In der gewerblichen Wirtschaft mussten die Arbeitgeber 2010 9,8 Milliarden Euro für das Umlagesoll der Berufsgenossenschaften aufbringen. Das sind 352 Mio. Euro (3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Hintergrund dieses Anstiegs sind die höheren Aufwendungen für Heilbehandlung und Rehabilitation. Als Konsequenz daraus hat sich für die Unternehmen der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften im Jahr 2010 von 1,31  auf 1,32 Prozent je 100 Euro beitragspflichtiges Entgelt erhöht.

 

Quelle: DGUV