BAuA-Studie zeigt Defizite und Möglichkeiten
Bildschirmarbeitsplätze spielen in vielen Organisationseinheiten eine große Rolle – mittlerweile auch in der Produktion. Die Digitalisierung von Produktionsprozessen bietet eine Reihe von Vorteile: Sie ermöglicht eine bessere Abbildung und Überwachung von Abläufen und ermöglicht die Integration administrativer Bereiche wie Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Qualitätsmanagement, Logistik oder Personalplanung. Dies führt zur starken Zunahme von Bildschirmarbeitsplätzen in der Produktion, wie sie beim Inkrafttreten der Bildschirmarbeitsverordnung 1996 noch nicht absehbar war.
Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsschutzmedizin (BAuA) untersuchte Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion nach Maßgabe der Systemischen Arbeitsplatzanalyse hinsichtlich Mitarbeiterbelastung, Gestaltungsdefiziten und Verbesserungsmöglichkeiten.
Die 17 teilnehmenden Unternehmen aus Automobil- und Elektroindustrie, Maschinenbau, Metallverarbeitung, Arzneimittel- und Lebensmittelproduktion beschäftigen zwischen 160 und 3.200 Mitarbeiter. Die Wissenschaftler untersuchten 172 Arbeitsplätze in den Bereichen Technische Arbeitsvorbereitung (TA), wirtschaftliche Arbeitsvorbereitung / allgemeine Qualitätskontrolle / Personaleinsatzplanung (WA), Arbeitsprotokoll (AP), Prüfplätze / spezifische Qualitätskontrolle / Laborplätze (PP), Logistik (LOG) und Sonderarbeitsplätze.
Das Ergebnis: Die Bildschirmarbeitsplätze werden häufig gar nicht als solche angesehen. Die Folge sind Gestaltungsmängel. Nur wenige Arbeitsplätze entsprachen den Vorgaben der Bildschirmarbeitsverordnung.
Nutzungsart und -intensität und damit auch die Anforderungen unterscheiden sich je nach Arbeitsplatztyp. Allerdings mangelte es in allen Bereichen außer Arbeitsprotokoll an Arbeitsfläche. Die Bestuhlung war ungeeignet, die Bewegungsfreiheit oft durch Verkehrswege eingeschränkt. Nahezu alle Arbeitsplätze waren falsch beleuchtet, wiesen Blendungen, Spiegelungen und zu hohe Temperaturen auf.
Je bürofremder ein Arbeitsplatz, desto eher sind Mobiliar, Platzierung von Monitoren und Tastaturen zu optimieren. Bei büroähnlichen Arbeitsplätzen und Tätigkeiten belasten vor allem Umgebungsbedingungen die Mitarbeiter.
Viele Belastungsquellen können relativ einfach und kostengünstig beseitigt werden. Die Autoren zeigen Konzepte und praktische Lösungen für einen verbesserten Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dazu gehören mobile Einzelarbeitsplätze oder Rückzugsbereiche.
Quelle und Download der Studie:
Ch. A. Sust, D. Lorenz, K. Völker: Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2010.
www.baua.de
Weitere Informationen zum Thema bietet die B·A·D GmbH mit dem Ratgeber "Bildschirmarbeitsplatz" sowie der CD-ROM "Unterweisung Bildschirmarbeit".