Deutschland 
 
 
 
21. Juli 2011

 

Arbeiten bei großer Hitze

BAuA gibt Empfehlungen für heiße Sommertage in Arbeitsstätten

Des einen Freud, des anderen Leid: Klettern die Temperaturen im Sommer über 30°C heißt es für die Glücklichen, die Sonne am See, im Garten oder Park zu genießen. Viele trifft jedoch das Los, an diesen heißen Sommertagen auf der Arbeit schwitzen zu müssen. Denn auch in Arbeitsräumen wie Büros, Ladengeschäften oder auch Werkstätten können die Temperaturen dann unangenehm hoch sein.

Die Folge: Sinkende Leistungsfähigkeit und Arbeitslust, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche bis hin zu Herz-Kreislaufbelastungen, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Studien belegen ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko.

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) fordert zwar für Arbeitsräume gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen und den Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung. Außerdem legt die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur fest, dass die Lufttemperatur in Arbeits- und Sozialräumen +26 °C nicht überschreiten soll. Jedoch gibt es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch auf z.B. klimatisierte Räume oder „Hitzefrei“.
Nach § 4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber aber verpflichtet die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden wird und verbleibende Gefährdungen gering gehalten werden.

Geeignete Maßnahmen können dabei helfen, die Sonnentage auch auf der Arbeit gut zu überstehen. Die BAuA empfiehlt, folgende vier Punkte zu beachten:

  1. Abkühlung und Schutz vor Überwärmung
    Zur Abkühlung der Arbeitsräume am besten die Nachtauskühlung nutzen und in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden stoßlüften, innere Wärmequellen vermeiden und z.B. elektrische Geräte nur im Bedarfsfall anstellen, übermäßige Sonneneinstrahlungen z.B. durch außen liegende Jalousien reduzieren. Bestenfalls verschaffen im Hochsommer fest installierte oder mobile Klimaanlagen Abhilfe gegen die Hitze.
  2. Arbeit entsprechend der Witterung organisieren
    Arbeits-, Arbeitszeit- und Pausenregime sollten an die Situation angepasst werden. Falls betriebsbedingt möglich, früher mit der Arbeit beginnen, schwere körperliche Arbeit in den heißen Stunden vermeiden bzw. reduzieren und Überstunden vermeiden. Dabei ist auf spezielle Personengruppen wie Schwangere, ältere und gesundheitlich gefährdete Beschäftigte etc. besonders Rücksicht zu nehmen.
  3. Personenbezogene Maßnahmen und Verhalten anpassen
    Die Beschäftigten können auch selbst geeignete Maßnahmen gegen die Hitze in die Wege leiten. Dazu gehört z.B. eine helle, luftdurchlässige, lockere und schweißaufnehmend Bekleidung gegen den Wärmestau, ausreichendes Trinken von Trink- und Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee oder Saftschorlen sowie Wasseranwendungen in Form von Armgüssen oder kühlenden Tüchern.
  4. Gesundheitsstörungen durch Hitze erkennen und vermeiden
    Sollten gesundheitliche Störungen wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekollaps auftreten, müssen deren Anzeichen rechtzeitig erkannt und Sofortmaßnahmen eingeleitet werden: Die Betroffenen zunächst an einen schattigen, kühlen Ort bringen und Ruhe bewahren. Dann portionsweise kühle, elektrolythaltige, nichtalkoholische Getränke geben und kühlende Umschläge sowie Frischluft zuführen. Für leichte und bequeme Kleidung sorgen, bzw. überflüssige Kleidung ablegen.


Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin